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Mit sieben Jahren ein Virtuose am Klavier

Menschen aus Düsseldorf : Mit sieben Jahren ein Ausnahmetalent

Toni Gu aus Flingern hat in jungem Alter schon zahlreiche Wettbewerbe gewonnen. Ansonsten spielt er gerne mit Lego.

Toni Gu spielt gerne mit Lego. Das ist aber auch so ungefähr das Einzige, das bei dem Siebenjährigen für sein Alter normal ist. Denn Toni ist jetzt schon ein Virtuose am Klavier. Das bescheinigt ihm nicht nur seine Lehrerin Rhythmie Wong in der Musikschule „imusic“ am Flinger Broich, auch deren Leiter Nils Schönerstedt sagt: „Toni ist enorm weit für sein Alter, sein Anschlag ist der eines Fortgeschrittenen. Er verfügt über eine außergewöhnliche Technik, eine hohe Sensibilität für Stilistik, vor allem beeindruckt mich aber seine Leichtigkeit im Spiel, gerade bei schwierigen Stücken von Mozart.“

Das haben auch schon andere festgestellt. Beim Wettbewerb Münchener Klavierpodium gewann Toni nicht nur den ersten Preis, für seinen „schöpferischen Wagemut“ erhielt der Siebenjährige zudem als nur einer von zwei Mitbewerbern einen Sonderpreis, verbunden mit einem Stipendium – der andere war ein erwachsener Musikstudent. Überhaupt ist die Liste seiner beachtlichen Erfolge jetzt schon lang, und fast immer war es ein erster Preis – egal ob zuletzt beim Steinway-Wettbewerb in Hamburg, beim Klavierfrühling in Einbeck, als er für die „beste Interpretation aus der Epoche Klassik“ ausgezeichnet wurde, oder auch bei der Munich Piano Competition.

Tonis Lieblingskomponist
ist Friedrich Kuhlau

„Von mir hat er das sicher nicht, ich bin eher unmusikalisch“, sagt Mutter Meng Li lachend, die eher ihren Vater in Verdacht hat. Toni besucht momentan die zweite Klasse in der Rudolf-Steiner-Waldorfschule in Gerresheim. Mit drei Jahren nahm er an der musikalischen Früherziehung teil, schnell stellte sich sein besonderes Talent heraus, sodass er bereits mit vier Jahren seinen ersten Klavierunterricht bei Rhythmie Wong erhielt, bis heute ist er ihr Schüler. Über Online-Wettbewerbe während Corona und Lockdown tastete sich Toni an das Spielen unter Druck heran – und entwickelte plötzlich Lust auf mehr. „Das fachliche Feedback einer Fachjury hilft ihm dabei natürlich ebenfalls enorm weiter“, sagt Meng Li.

„Ich übe täglich“, sagt Toni freudestrahlend, überhaupt wirkt er völlig gelassen, geht alles mit großer Leichtigkeit, sehr spielerisch und gar nicht verbissen an. Seine Notenblätter sind vollgekritzelt, besondere Akzentuierungen werden ebenso angestrichen wie unterlaufene Fehler. „Die Stücke von Mozart, Beethoven und Chopin gefallen mir mit am besten, mein Lieblingskomponist ist aber Friedrich Kuhlau“, erzählt Toni und zeigt aufgeregt eine der Sonaten des eher unbekanten Musikers. Mit Bach hat er bisweilen noch so seine Schwierigkeiten, aber das wird bestimmt auch bald klappen. „Während des Klavierspielens denke ich mir oft Geschichten aus oder habe schöne Landschaften vor meinen Augen, das hilft mir, nicht zu verkrampfen“, sagt Toni, der natürlich ein ambitioniertes Ziel hat: „Ich will auf jeden Fall ein großer Pianist werden.“

Im nächsten Jahr will Toni bei Jugend musiziert teilnehmen, dann natürlich in der Solo-Kategorie Klavier – und wahrscheinlich wird er auch bei diesem Wettbewerb einen ersten Preis abräumen. Danach wird Toni weiter fleißig üben, damit er eines Tages Konzertsäle füllt. Lego dürfte ihn dann mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr interessieren, wahrscheinlich aber noch sein drittes Hobby, dem er mit Vorliebe seine verbleibende Freizeit widmet: Schach.