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Weihnachtliche Harfen-Tradition: Einfach himmlische Klänge

Weihnachtliche Harfen-Tradition: Einfach himmlische Klänge

Zur Weihnachtszeit wird die Harfe besonders häufig gespielt. Tonhalle und Palais Wittgenstein laden ein zu „Irish Christmas“.

Düsseldorf. In den raffiniertesten Orchester-Partituren des 19. und 20. Jahrhunderts spielt die Harfe eine wichtige Rolle und sorgt für das gewisse Prickeln und Glitzern. Dabei hat das Saiteninstrument recht schlichte Wurzeln im Volkstümlichen. Schon 4000 Jahre v. Chr. kannten Ägypter und Mesopotamier das Saitenspiel. In der westlich geprägten Kultur unserer Tage erfreut sich die Harfe insbesondere zu den Wochen um Weihnachten großer Beliebtheit.

Dabei kommt sie im Bereich der klassischen Weihnachtsmusik gar nicht so oft zum Einsatz, sagt Fabiana Trani, Solo-Harfenistin der Düsseldorfer Symphoniker, im WZ-Gespräch. Als Orchester-Harfenistin spielt sie auch eher gegen solche Klischees an. Dass die Harfe während der Advents- und Weihnachtszeit besonders gerne gehört werde, liege wohl an ihrem sanften, engelhaften Klang.

"Die Barock-Engel spielen übrigens gar nicht die große Harfe, sondern halten die kleinere Lyra in Händen", erklärt Trani. Die Harfe sei unterdessen neben dem Klavier das klassische Begleitinstrument der menschlichen Stimme. Es habe aber eher volkstümlichen Ursprung und spiele eine besonders große Rolle in der irischen Folklore. "Die Iren tragen bis heute etwas zur Verfestigung der Vorstellung bei, die Harfe sei ein weihnachtliches Instrument."

Fabiana Trani, die ursprünglich Gitarre lernen wollte, fühlt sich der Harfe mittlerweile ganz innig verbunden. Das Schöne sei die Möglichkeit, direkt mit den Fingern Klang zu erzeugen. "Das ist etwas sehr Sinnliches. Die Musik wächst sozusagen aus den Fingern, da keine Taste, kein Bogen dazwischen ist."

Im Konzertrepertoire taucht die Harfe häufig bei den französischen Impressionisten auf. Claude Debussy setzt in seinen Symphonischen Tänzen die historische Chromatische Harfe ein, während Maurice in seinem Septett "Introduktion und Allegro" die heute gebräuchliche Doppelpedal-Harfe einbeziehe. Trani: "Komponisten des 20.Jahrhunderts haben wieder viel für die Harfe komponiert, etwa Luciano Berio in seinen ‚Sequenzen’ oder Paul Hindemith mit einer Solo-Sonate."

In Düsseldorf gibt es mittlerweile eine kleine weihnachtliche Tradition: Zum dritten Mal in Folge gastiert das Irish Harp Orchestra mit "Irish Christmas" in der Tonhalle. Unter der Leitung von Janet Harbison erklingen irische Volkstänze und Gesang in gälischer Sprache.

Diese Art von Folklore soll bei den britischen Besatzern im Mittelalter und während der Renaissance nicht beliebt gewesen sein und wurde wohl gerade deshalb über die Jahrhunderte zu den Hauptmerkmalen der irisch-keltischen Kulturidentität.