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Polkaparty mit den Popolskis

Polkaparty mit den Popolskis

Im Zakk setzten Achim Hagemann und seine Pseudo-Polen auf Zwei-Vierteltakt.

Im ausverkauften Zakk waren Donnerstagabend die Pseudo-Polen los - die Musiker der bizarren "Popolski-Show" spielen bekannte Hits auf ihre ganz eigene Weise - Led Zeppelins "Whole Lotta Love" in unter vier Minuten und im Polka-Rhythmus oder "Cherry Cherry Lady", im Original von Dieter Bohlens Modern Talking, als wilde Sprechgesang-Version mit verzerrten Gitarren im Stile von Rage Against the Machine.

Die Popolskis sind eine Erfindung des recklinghäuser Musikers Achim Hagemann, der für Hape Kerkeling unter anderem die Songs "Hurz" und "Das ganze Leben ist ein Quiz" komponiert hat. Hagemann hat die komische Pseudo-Polen-Kapelle unter dem Pseudonym "Pavel Popolski" gegründet und auch die Hintergrundgeschichte erfunden.

Die Popolskis stammen angeblich aus dem polnischen Dörflein Zabrze (sprich: "Saab’sche"). Um die Jahrhundertwende soll der Opa unglaubliche 128000 Pop-Songs komponiert haben, die ihm aber gestohlen wurden. Deswegen stammen viele Lieder der heutigen Popstars eigentlich aus der Feder Opa Popolskis. Doch nun will der Clan die Familienehre wieder herstellen und zwar von der Bühne aus.

Der Bandleader Hagemann sitzt in seiner Rolle als Clan-Chef Pavel am rechten Bühnenrand hinter einem Minimal-Schlagzeug. Den restlichen Bühnenplatz besetzen bis zu neun skurrile Gestalten: Zum Beispiel die Brüder Henjek und Stenjek, die nahezu netzhautschädigende Caro-Jacketts tragen und Posaune sowie Trompete spielen, oder Mirek Popolski, Meister der Gitarre, Träger eines Kunstpelzes und Verursacher von schrill pfeifenden Rückkopplungen.

Als "der Heißeste von der Heißesten" stellt Pavel die einzige Frau des Ensembles vor: Dorota trägt ein rotes Fischhaut-Kleid und wickelt sich lasziv um den Mikrofon-Ständer während sie "I Wanna Dance with somebody" von Whitney Houston haucht.

Auch die Scorpions bleiben von den Popolskis nicht verschont: Der blinde Keyboarder Danusz singt ein swingend-funkiges "Wind of Change", begleitet von Mirek an der Akustik-Gitarre und bejubelt vom Publikum. Dieses ist auffallend gemischt: von 16 bis 60 reicht die Altersspanne.

Mit mehreren "gewerkschaftlich verordneten" Wodkapausen kommen die Popolskis auf gut zweieinhalb Stunden Spielzeit. Die Zakk-Besucher lassen sie erst nach zwei Zugaben gehen.