Ausstellung : Kopfermann-Stiftung zeigt eine versierte Malerin

Künstlerin hat in wenigen Monaten eine ganze Ausstellung gemalt.

Die Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung an der San-Remo-Straße kümmert sich in ihren Ausstellungen vermehrt um die Malerei. Diesmal präsentiert sie in ihren hellen Räumen Sabrina Haunsperg. Die 38-Jährige aus der Salzburger Gegend lebt seit ihrem 21. Lebensjahr in Düsseldorf. Die Meisterschülerin von Herbert Brandl musste ihr Studio im Hinterhof der Zietenstraße aufgeben und malt nun unter dem Dach des Atelierhauses Sittarder Straße. In dem winzigen Raum muss sie die Formate ihrer Bilder genau kalkulieren. Aber auch sonst ist es ihre Stärke, mit dem kontrollierten Zufall zu arbeiten.

Sie ist eine versierte Technikerin, die von 2011 bis 2016 gleich an zwei Standorten Lehrbeauftragte für Malerei war: an den Universitäten Dortmund und Siegen. Sie weiß, wie viel Verdünnungsmittel sie einer Farbe beifügen muss, damit sich die von ihr gewünschten Pfützen ergeben. Sie steuert das Zerfließen, Kristallisieren oder gegenseitige Abstoßen der Farben.

Sie rührt sich die Ölfarbe sogar selbst an, mit Pigmenten, Öl und Terpentin. Und da sie eine ganze Ausstellung ungeheuer flott in wenigen Wochen bewerkstelligt hat, nahm sie sogar Temperone zur Hilfe, eine nicht-ölige Farbe, wie sie die Fresko-Maler im Venedig der Renaissance bevorzugten. Sie trocknet schnell und haftet selbst auf öligem Untergrund.

Vermehrt benutzt sie aber auch die herkömmliche Spraydose. Aus der Bewegung der Hand beim Sprayen entsteht eine gewisse Dynamik. Wer jedoch aus ihren Bildern etwa biologische Dinge assoziieren will, ist fehl am Platz. Sie pocht darauf, total abstrakt zu arbeiten.

Sie gehört zu den Künstlern, die zu der großen Überblickausstellung über junge Maler im nächsten Jahr in den Museen Bonn, Wiesbaden und Köln eingeladen worden ist.

Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung, San-Remo-Straße 6, Öffnungszeiten: sonntags von 14 bis 18 Uhr.

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