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Japanisch feiern: Einfach schön

Japanisch feiern: Einfach schön

Japan-Tag: Die Feier der Japanischen Gemeinde lockte eine Million Gäste in die Stadt. Das Fest fand mit einem großen Bilderfeuerwerk sein Ende. FOTOS: JAPANTAG in DÜSSELDORF

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Um ganz sicher zu gehen, hat die Japanische Gemeinde zu einem Zaubertrick gegriffen. Nachdem im letzten Jahr das Japan-Fest wegen Unwetter-Warnungen abgesagt werden musste, wollte die Gemeinde diesmal nichts dem Zufall überlassen. In den Fenstern der Gemeindemitglieder baumelte über Nacht der kleine kahlköpfige Stoffgeist Teruterubôzu. Der soll schlechtes Wetter vertreiben und die Stadt mit strahlendem Sonnenschein segnen. Und so können Oberbürgermeister Joachim Erwin und Staatssekretär Jens Baganz den hölzernen Deckel des Sake-Fasses, zwar mit einigen Mühen, aber doch bei schönem Wetter aufbrechen.

Am Rheinufer treffen Japaner und Gäste aufeinander

Damit ist das Japan-Fest eröffnet und die Knirpse des Japanischen Kindergartens stürmen die Bühne. Japan im Mini-Format: Ausstaffiert mit bunt geblümten Kimonos und wippenden Schleifchen geben die quietschenden Kleinen stolz ihre Lieblingssongs zum Besten. Die Gesichter der Zuschauer verklären sich. "Einfach niedlich!" Auch Besucher Hagen Jankowski ist verzückt: "Nur zufriedene Gesichter. Ich bin begeistert", überschreit der 65-Jährige den aufbrandenden Applaus. Hundert Meter weiter, am Rheinufer, treffen Japaner und Gäste näher aufeinander. Im Pulk schieben und drängeln sich die Besucher an den Ständen vorbei. Yoko Fujimoto bleibt gelassen. Ruhig steckt die Ikebana-Lehrerin unter den Augen der neugierigen Menge lange Zweige zu Blumengebinden. "Die Schönheit der Harmonie spürt man sofort", erklärt sie im verschwörerischen Flüsterton. Am Stand nebenan ziehen die Kalligraphen sanft ihre schwarzen Striche auf weißem Pergamentpapier - mit den Namen, Wünschen oder den heimlichen Liebeserklärungen der Gäste. Ein paar Meter weiter haben auch die Mitarbeiter der "Japanischen Kleiderkammer" alle Hände voll zu tun. Wer vorher blass vor Neid auf die bunten Kimonos der Japanerinnen schielte, lässt sich hier einkleiden. Der Andrang ist groß, die Japanerinnen müssen Nummern ausgeben. Kristina Ludwig wartet geduldig.

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Als es ans Anprobieren geht helfen gleich drei Frauen beim Schnüren des langen Kleides mit dem gerafften Gürtel. Zwanzig Minuten dauert es, bis sich Ludwig im Spiegel betrachten kann. "Schön", sagt sie. Leider nur für ein Foto, dann ist die nächste Dame an der Reihe.

Gemeinde: In Düsseldorf lebt eine der größten Japanischen Gemeinden Europas. Als das kriegszerstörte Japan in den 50er Jahren Maschinen und Know-How für den Wiederaufbau benötigte, ließen sich die ersten Japaner in Düsseldorf nieder.

Besucher: In diesem Jahr sind mehr als eine Million Menschen zum Burgplatz gereist, um beim Spektakel mit dabei zu sein.

Zukunft: Der Termin für den Japan-Tag 2008 steht schon fest. Am 14. Juni wird wieder mit einem großen Feuerwerk gefeiert.

FOTOS: JAPANTAG in DÜSSELDORF