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Heine-Uni: Studenten können Geld zurückverlangen

Heine-Uni: Studenten können Geld zurückverlangen

Eine neue Kommission prüft, ob die Lehre stimmt und geht Beschwerden von Studenten nach. Im nächsten Jahr steht die Rektorwahl an.

Düsseldorf. Im nächsten Jahr wird der Rektor der Heinrich-Heine-Universität neu eingesetzt. Dabei wählt nicht mehr wie sonst der Senat, also das Hochschulparlament, einen Professor aus dem eigenen Haus. Zukünftig bestimmt der neue Hochschulrat über den Uni-Chef. Bewerben kann sich jeder, der über eine dieser Position angemessene berufliche und wissenschaftliche Erfahrung verfügt. Einen Professorentitel muss er nicht tragen.

Der neue Hochschulrat wird ab 2008 wie ein Aufsichtsrat über die Uni und Rektoratsentscheidungen wachen. Eine Findungskommission für den Rat, unter anderem mit Rektor Alfons Labisch und Dekan Ulrich von Alemann, hat sich bereits gegründet. Sie sucht den Hochschulrat aus, der aus drei aus der Heine-Uni stammenden und fünf externen Personen bestehen wird - Unternehmer und/oder auch Kulturgrößen.

Für die Amtszeit des neuen Rektors könnte sich theoretisch auch der jetzige, Alfons Labisch, bewerben. Ob er es denn auch macht, sagte er gestern nicht.

Und noch ein neues Gremium wird ab dem kommenden Wintersemester seine Tätigkeit aufnehmen: die Ombudskommission. Den Vorsitz hat der ehemalige Präsident des Oberlandesgerichtes. Das neue Gremium wird nach Auskunft von Prorektor Raimund Schirmeister tätig, "wenn Defizite in der Lehre das Studieren unmöglich machen." Rektor Alfons Labisch ergänzte: "Und wenn Dozenten Hausarbeiten zu lange zurück halten."

Die WZ hatte darüber berichtet, dass ein überlasteter Professor der Philosophischen Fakultät die Arbeiten seiner Studenten Monate lang nicht korrigierte.

Die Ombudsleute können nach Rücksprache mit dem Rektor erwirken, dass der Student, der sich beschwert, gegebenenfalls seine Studiengebühren zurück erhält. Die Internetadresse wird auf der Uni-Homepage noch bekannt gegeben.

Eine dritte wichtige Neuerung ist der Lehrfonds. Aus Mitteln der Gebühren stellt das Rektorat Geld für innovative Seminare zur Verfügung. Labisch: "Lehre und Forschung sollen gleichermaßen gehaltvoll sein."

Studiengebühren Im Sommersemester 2007 wurden nach der Abführung an den Ausfallfonds der NRW-Bank zirka 4,6 Millionen Euro an die Fakultäten und an das Rektorat unter Alfons Labisch (Foto) verteilt. Das Geld kommt ausschließlich der Lehre zugute. Studenten zahlen pro Semester 500 Euro, das erste Semester ist beitragsfrei.