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Festnahme: Legte Feuerwehrmann Brände?

Festnahme: Legte Feuerwehrmann Brände?

Ein Mitglied der Unterbacher Löschgruppe wird verdächtigt, zum Brandstifter geworden zu sein.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. In den vergangenen Tagen hatte die Düsseldorfer Feuerwehr in Unterbach gut zu tun. Gleich dreimal mussten in dem ansonsten eher ruhigen Dorf nahe der Stadtgrenze zu Erkrath Brände gelöscht werden. Wie sich jetzt bestätigt hat, sind zwei dieser Brände gelegt worden. Und das ganz offenbar von einem Feuerwehrmann. Zumindest hat die Polizei am Donnerstag Peter F. (Name geändert) unter dringendem Tatverdacht festgenommen. F. ist seit sieben Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Unterbach.

Zwei Brände in der Nacht zum Dienstag waren gelegt

Ihm wird vorgeworfen, in der Nacht zum Dienstag erst an der Straße "Am Schwalbenberg" Gerümpel vor einem Tiefgaragentor entzündet zu haben - das Feuer ging von selbst aus - und danach eine Waschmaschine im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Straße Am Pfaffenbusch angezündet zu haben. Während die Feuerwehr diesen Brand löschte, gab es die nächste Feuermeldung aus dem ersten Stock. Es brannten Deko-Artikel und die Abstellkammer. Zwei Hausbewohner mussten mit Fluchthauben nach draußen gebracht werden, es entstand erheblicher Sachschaden.

Peter F. soll sich am Einsatzort auffällig verhalten haben. Darüber kam ihm die Kripo auf die Spur. Ihm wird schwere Brandstiftung vorgeworfen, ein Delikt, das mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet wird. Er wurde noch gestern dem Haftrichter vorgeführt, der ihn jedoch am Abend auf freien Fuß setzte, da er offenbar keine Notwendigkeit für eine Inhaftierung sah.

Es kommt immer wieder einmal vor, dass Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren zu Brandstiftern werden. Knapp neun Prozent aller vorsätzlichen Brandstiftungen werden von Mitgliedern der Feuerwehren verursacht - das hat das Landeskriminalamt Brandenburg ermittelt.

In Düsseldorf ist das Tatmuster kein sehr häufiges Phänomen. Es gab bislang nur einen weiteren Fall, der aber hatte es in sich: Von 1995 bis 1996 legte ein Feuerwehrmann im Düsseldorfer Norden über 70 Brände. Er zündete unter anderem die Angermunder Sporthalle und ein Gebäude der Graf-Recke-Stiftung an. Es entstand ein Millionenschaden.

Die Motivation der Brandstifter in Uniform: Sie kommen seltener zum Einsatz als ihre Berufskollegen. Deshalb machen sie sich ihre "Action" selbst. Manche wollen sich im Einsatz auch besonders bewähren, um unter den Kameraden eine Art "Heldenstatus" zu erlangen - ein übersteigertes Geltungsbedürfnis.

"Vielen gibt es einfach einen Kick, ein Feuer zu löschen. Der Kampf gegen das Feuer hat seinen Reiz. Die Gefahr und das Gefühl, die ,Sau erlegt’ zu haben, sind unbeschreiblich", schreibt ein Feuerwehrmann in einem Weblog im Internet.

Löschgruppe Unterbach Peter F. ist einer von 36 Mitgliedern im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr in Unterbach. Die Jugendfeuerwehr hat 16 Mitglieder. Die Löschgruppe verfügt über fünf Fahrzeuge, die im Gerätehaus an der Gerresheimer Landstraße untergebracht sind. 2006 hatte die Gruppe der Retter 71 Einsätze zu bewältigen.

Feuerwehr Düsseldorf Die Feuerwehr in der Landeshauptstadt besteht aus der Berufsfeuerwehr (acht Wachen, Löschboot, Umweltschutz) mit rund 700 Feuerwehrleuten im aktiven Dienst und der Freiwilligen Feuerwehr. Deren zehn Löschgruppen sind meist in den äußeren Stadtteilen aktiv. In Wittlaer, Itter und Co. gehört die Wehr zum Dorfleben dazu.