Düsseldorfer Gründer eröffnen mit Preens eine Protein-Bar

Gastronomie : Düsseldorf bekommt eine Protein-Bar

Jobs gekündigt, selbstständig gemacht: Simon Lüchtenborg und Timon Gommer wollen bei „Preens“ Porridge, Creams und Shakes anbieten – ohne Bodybuilder-Klischees.

Die letzten Wochen haben Simon Lüchtenborg (34) und Timon Gommer (25) fast ausschließlich in ihrem Ladenlokal an der Graf-Adolf-Straße, ganz in der Nähe der Berliner Allee, verbracht. Umbauen, streichen, Boden verlegen, Küche aufbauen, dekorieren: Alles mit dem Ziel, am Samstag ihr eigenes Lokal zu eröffnen. Dafür haben sie ihre Jobs gekündigt und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Die beiden Gründer wollen sich mit „Preens“ in Düsseldorf als Anbieter von proteinreichen und gesunden Lebensmitteln etablieren.

„Jeder hat wohl schon mal von Protein-Shakes gehört. Wir wollen das Produkt weiterdenken und außerdem vom Bodybuilder-Image befreien“, sagt Simon Lüchtenborg. Denn eine proteinreiche Ernährung biete sich für viele an, ob man zunehmen, abnehmen oder ausgewogen leben möchte.

Das Konzept: Es gibt Porridge, Smoothies und Creams mit extra viel Protein, zugesetzt in Form von eigens für die beiden hergestelltem Proteinpulver. Creams brauchen wohl etwas mehr Erklärung: Sie sollen je nach Geschmacksrichtung etwa einer Mousse au Chocolat ähneln, quasi wie ein Pudding oder Frozen Yoghurt – nur eben ohne zugesetzten Zucker und sehr proteinreich. Zu den Creams oder Porridges kann man dann noch Toppings und Saucen wählen, auch die sind hauptsächlich gesund, wie beispielsweise Goji-Beeren, Protein-Flakes, Chia-Samen oder Nüsse. Aber auch Schokolade gibt es. Und natürlich gibt es alle drei Grundprodukte auch in veganer Form, dann mit Mandel- oder Hanfeiweiß. Preislich liegen die Portionen etwa zwischen 3,50 bis 5,50 Euro.

„Es gibt definitiv einen Markt für Protein-Produkte, meistens aber nur in der Form, dass man sich die Supplements nach Hause bestellt und selber verarbeiten muss“, sagt Lüchtenborg. Aber in der Stadt, auch beispielsweise in der Mittagspause, schnell frisch zubereitete Protein-Lebensmittel zu bekommen, sei neu. Gesundes Fast-Food, das sei der Gedanke.

Das „Preens“ ist als reines To-Go-Geschäft angelegt. Das wirft natürlich die Frage nach der Nachhaltigkeit auf: Die Shakes und Creams etwa gibt es in durchsichtigen Einmal-Verpackungen. Das ist aber kein Plastik, sondern PLA-Verpackung auf pflanzlicher Basis. Ein Bio-Kunststoff, größtenteils aus der Maispflanze gewonnen, der sich nach drei Monaten zersetzt und kompostiert oder recycelt werden kann. „Wahrscheinlich ist auch hier nicht alles perfekt, aber PLA ist gerade das Beste, was es auf dem Markt gibt“, sagt Timon Gommer. Trotz To-Go-Gedanken sollen die Gäste aber auch vor Ort die Produkte verzehren können. Dafür gibt es einige Tische mit Hockern aus Akazienholz, darüber hängen stylische Lampen, eine Wand zieren die unterschiedlichsten Bilderrahmen – die bis Samstag aber noch befüllt werden müssen.

Die Selbstständigkeit bringt auch immer wieder Überraschungen mit sich. Etwa als Becher im Wert von 4000 Euro zu Hause angeliefert wurden. Drei Europaletten voll – zum Glück hatte er eine große Einfahrt.

Simon und Timon haben sich vor acht Jahren in ihrer Heimat Nordhorn beim gemeinsamen dualen Studium der Sport- und Fitnessökonomie kennengelernt. Die ähnlichen Vornamen waren der erste Lacher in der Umkleidekabine, ab dann entwickelte sich eine Freundschaft. Beide sind dann vor einigen Jahren nach Düsseldorf gezogen, Lüchtenborg hat einige Jahre als Personalberater gearbeitet, Gommer war Vertriebsleiter in einem großen und exklusiven Fitnessstudio.

Jetzt also das eigene Ding. „Wir haben ewig an den Rezepten getüftelt“, erzählt Gommer. Einer ihrer Favoriten: Der „Schoko-Loco“-Smoothie mit einer halben Banane, natürlichem Kakaopulver, Eiswürfeln, einem Haferkeks und Erdnussbutter. Besonders schwierig sei es beim veganen Proteinpulver gewesen, guten Geschmack zu erzeugen. Unterdessen sei ihnen das aber gelungen. Es gibt auch Smoothies mit Guarana, Gemüse oder mit Matcha-Tee.

Ein Thema wie Protein-Ernährung könne man aber nicht ohne Social Media fahren, sagen die beiden. Deshalb sind sie auch froh, dass beispielsweise Youtuber Albert Trovato das „Preens“ unterstützt – ihm folgen auf der Videoplattform allein 1,4 Millionen Menschen.

Neben den frisch im Laden zubereiteten Produkten lassen Lüchtenborg und Gommer außerdem eigene Protein-Cookies und -Riegel in Hamburg herstellen, die sie in ihrem Laden unter eigenem Namen verkaufen.

Die Gründer glauben daran, dass ihr Konzept den Düsseldorfern gefallen wird. Trotz starker Konkurrenz in der Innenstadt, direkt gegenüber etwa liegt der große Edeka Zurheide. „Aber ich bin sicher, dass viele Leute, die hier in Büros arbeiten, auch mal etwas anderes Gesundes als Salat essen wollen“, sagt Lüchtenborg. In den Laden und die Produkte haben die beiden schon einen fast sechsstelligen Betrag gesteckt. Ganz verkehrt kann der Standort an der Graf-Adolf-Straße nicht sein: In der ersten Etage befindet sich ein sehr großes Fitnessstudio.

Preens, Graf-Adolf-Straße 35-37, Eröffnung: Samstag 12 bis 18 Uhr. Öffnungszeiten: montags bis samstags 8.30 bis 19.30 Uhr.

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