Düsseldorf: Wie die Olympischen Spiele geholt werden sollen

Podiumsdiskussion : Wie die Olympischen Spiele in die Region geholt werden sollen

Ein Konzept für die Bewerbung wurde im Rathaus bei einer Podiumsdiskussion vorgestellt.

Es ist nicht die erste Bewerbung um Olympia, aber diesmal soll sie auch von Erfolg gekrönt werden. Zumindest wenn es nach der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Stadt Düsseldorf geht, die gemeinsam am Dienstagabend ins Rathaus zur Podiumsdiskussion eingeladen haben.

Rund 50 Besucher waren in den Plenarsaal gekommen, um sich über das Konzept für eine mögliche Austragung der Olympischen Sommerspiele und der Paralympics 2032 zu informieren. Anders als 2003, als Düsseldorf sich unter Federführung von OB Joachim Erwin schon einmal um Olympia bewarb und die Region Rhein-Ruhr lediglich als Anhängsel mit einbezogen wurde, soll es diesmal ein gemeinsam entwickeltes Projekt sein. Unter dem Motto: Rhein Ruhr City 2032 bringen sich 14 Kommunen als Region in Stellung.

Düsseldorf stellt dabei gewissermaßen das geografische Zentrum dar, das für die Austragung beispielsweise von Basket-, Hand- und Volleyball in Frage käme und sich auch als Standort für das Olympische Dorf anböte. Zumindest wenn es nach den Vorschlägen von Philip Erbers, Co-Geschäftsführer der Rhein Ruhr City GmbH geht, der einer der Diskussionsteilnehmer war. Sein Unternehmen sei, betonte Erbers, privat finanziert. „Wir haben damit eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung, weil niemand sagen kann, ihr gebt das Geld für den Sport aus, obwohl es zum Beispiel bei den Schulen fehlt“, ist er überzeugt.

„Wir haben in der Region von Aachen bis nach Dortmund bereits 80 Prozent der nötigen Sportstätten und rund 700 000 Quadratmeter Messefläche, für die Austragung von Indoorsportarten“, stellte Erbers heraus und spielte den Ball weiter zu Rheinbahn-Vorstand Klaus Klar. Schließlich sei die entsprechende Infrastruktur ein entscheidender Faktor, um das, was bislang noch mehr als Zukunftsmusik ist, in den Bereich des Möglichen rücken zu lassen.

Klaus Klar verwies darauf, dass die Rheinbahn ohnehin schon weitere Bahnen und Busse geordert habe. Mit anderen Worten, an den Düsseldorfern soll es nicht scheitern, wenn es um den Transport von Teilnehmern und Zuschauern beim Großereignis geht. Einen Seitenhieb auf die Kollegen der Ruhrbahn konnte er sich nicht verkneifen. Denn die bereite in Essen den Ausbau des Netzes vor, während sie in Mülheim/Ruhr Strecken stilllegen will. Was die Deutsche Bahn zu den Olympiaplänen sagt, blieb unklar.

Zur Diskussionsrunde gehörte auch Pascal Heithorn, der erst kürzlich ins Amt erhobene offizielle Olympiabeauftragte der Stadt Düsseldorf. Er soll gewissermaßen die Schnittstelle sein, zwischen allen Interessenvertretern, die an einer Bewerbung und sich eventuell anschließenden Ausführung der Olympischen Spiele mitwirken werden.

Hierzu zählt auch die Kreishandwerkerschaft, an diesem Abend vertreten durch den zweiten Vorsitzenden Georg Eickholt.

Abschließend konnten die Besucher noch Fragen stellen, zum Beispiel nach der Finanzierung. „Sich da festzulegen und Zahlen zu nennen, ist unseriös“, meinte Heithorn und fand Unterstützung in Erbers, der da unter anderem das Land NRW in der Pflicht sieht und die jeweiligen Verkehrsbetriebe, die für die Infrastruktur verantwortlich sind.

Dem vom Rat beschlossenen Bürgerentscheid, ob es überhaupt zu einer Bewerbung kommen wird, sehen Erbers und Heithorn, überzeugt von ihrem Konzept, zuversichtlich entgegen.