Sebastian Folkers ist neuer Trainer der Herren des Düsseldorfer HC​

Hockey : „Die Arbeit beim DHC ist für mich eine Herzensangelegenheit“

Sebastian Folkers ist neuer Trainer der Herren am Seestern.

Elf Punkte in der Rückrunde haben nicht gereicht. Die Hockey-Herren des Düsseldorfer HC mussten in der abgelaufenen Feldsaison den Weg in die 2. Bundesliga gehen. Lange sollen sie da aber nicht bleiben. In der neuen Saison peilt das Team den Wiederaufstieg an. Helfen soll dabei ein neues Trainerteam: Dietmar Alf, bisher Co-Trainer im Klub, und Sebastian Folkers, zuletzt Trainer der Damen beim Crefelder HTC. Wir haben mit dem Trainer-Neuzugang gesprochen.

Herr Folkers, was peilen Sie beim DHC an?

Sebastian Folkers: Der Aufstieg ist schon unser Ziel. Dafür haben wir die Strukturen rund um die Herren neu geschaffen. Wir sind jetzt als Trainerteam am Start, Dietmar Alf und ich. Beide sind gleichberechtigte Cheftrainer. Für uns ist klar, dass die Mannschaft in die erste Bundesliga gehört. Das ist das formulierte Ziel.

Wie werden Sie zusammen arbeiten?

Folkers: Der Grund für die Konstruktion ist mein Hauptberuf als Landestrainer Nachwuchs beim Westdeutschen Hockey Verband. Ich werde zwar immer beim Training sein können, aber manchmal gibt es mit der Auswahl Überschneidungen, etwa beim Länderpokal. Das alte Trainerbild ist ohnehin überholt, inzwischen gibt es kaum noch einzelne Trainer sondern sehr oft große Teams. Und Dietmar und ich kennen uns schon lange. Ich denke, das passt perfekt.

Was erwarten Sie von der 2. Bundesliga?

Folkers: Es wird darauf ankommen, wie wir es schaffen, die Liga als Team anzunehmen und welche Mentalität wir entwickeln. Die 2. Liga kann sehr unangenehm werden, wir werden Spiele unentschieden spielen, und wir werden auch mal verlieren. Aber es ist wichtig, dass wir den Kampf annehmen – dann werden wir auch um den Aufstieg mitspielen. Das wird kein Selbstläufer. Wenn wir das aber voraussetzen, dann werden wir Probleme bekommen.

Was ist der Unterschied zur Bundesliga?

Folkers: Einige unserer Spieler haben ja schon Erfahrung in der 2. Liga. Dominic Giskes weiß, was ihn erwartet, Clemens Oldhafer ebenfalls. Bei den älteren Spielern mache ich mir keine Gedanken, die wissen, worum es geht. Für uns geht es darum, die jüngeren Spieler und den eigenen Nachwuchs heranzuziehen und zu einem Bundesligaspieler zu erziehen. Man darf die 2. Liga nicht unterschätzen.

Sie waren zuletzt Trainer der Damen in Krefeld. Ist es ein Unterschied, Frauen oder Männer zu trainieren?

Folkers: Auf jeden Fall. Das ist anders. Für mich war die Zeit in Krefeld wertvoll und wichtig. Im Frauenbereich ist Kommunikation, Transparenz und Menschenführung sehr wichtig. Für mich als junger Trainer war das eine sehr gute Schule, da habe ich meinen Horizont erweitert. Außerdem waren wir sehr erfolgreich in Krefeld. Und es hätte nicht jeder Klub kommen können. Hätte ein anderer Verein als der DHC gefragt, dann hätte ich länger überlegen müssen, ob ich Krefeld verlasse. Der DHC aber ist eine Herzensangelegenheit. Ich habe von 2009 bis 2013 ja auch selbst hier gespielt.

Beim DHC waren Volker Fried und Ulrich Bergmann Ihre Trainer. Von wem haben Sie sich was abgeschaut?

Folkers: Da würde ich mich nicht festlegen wollen. Es haben so viele Trainer auf mich Einfluss gehabt, zum Beispiel auch Akim Bouchouchi und Robin Rösch. Außerdem habe ich viel im Fußball hospitiert. Ich war bei Viktoria Köln unter Thomasz Kaczmarek und bei Bayer Leverkusen unter Ralf Minge. Das war sehr spannend, zum Beispiel, wie diese Trainer eine Gruppe führen. Ich habe sozusagen ein Portfolio aus vielen Trainern.

Wann legen Sie mit der Vorbereitung los?

Folkers: Wir sind schon dran. Im Juli machen wir Athletik-Training. Wir haben einen guten Athletiktrainer mit Sammy Schmale. Anfang August geht es dann an den Schläger. Die Vorbereitung endet dann mit einem Trip nach München. Dort spielen wir gegen München und Wien. Im September geht die Saison los.

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