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Düsseldorf ist sicherer geworden

Düsseldorf ist sicherer geworden

Elf Prozent weniger registrierte Straftaten gab es im Jahr 2017. Bei Einbrüchen und Taschendiebstahl verzeichnet die Polizei weiter Erfolge.

Trotz aller guten Nachrichten, die Polizeipräsident Norbert Wesseler zu verkünden hat — es gibt etwas, das macht ihm spürbar zu schaffen. Und zwar das Phänomen der „gefühlten Sicherheit“, wie er das nennt. Denn sie ist seiner Erfahrung nach nicht besonders ausgeprägt in Düsseldorf, obwohl die objektiven Zahlen eine ganz andere Sprache sprächen. Um so wichtiger ist es ihm, es gestern bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik gleich mehrfach auszusprechen: „Düsseldorf ist sicherer geworden.“ Und zwar schon wieder, und dieses mal sogar so deutlich wie lange nicht.

Foto: ale

Ablesen lässt sich das an der Entwicklung der Straftaten im Jahresvergleich. Die Zahl fiel bereits von 88 659 im Jahr 2012 auf 77 929 im Jahr 2016. Jetzt verzeichnet die Polizei innerhalb von nur zwölf Monaten sogar einen Rückgang von noch einmal elf Prozent auf 69 239 Straftaten und damit eben auch mehr als 8500 Opfer von Kriminalität weniger. „Damit sind wir sogar besser als das Land“, sagt Wesseler.

„Besonders stolz“ mache ihn vor allem der Rückgang bei den Schwerpunktsetzungen zu Einbruch und Taschendiebstahl bei leicht steigender Aufklärungsquote. „Ein wichtiger Treiber für die guten Zahlen.“ 3108 Einbrüche waren es noch im Jahr 2015. Jetzt gingen die Fälle von 2391 im Jahr 2016 um weitere 35 Prozent zurück. 1560 Einbrüche (bei etwa der Hälfte handelt es sich um missglückte Versuche) waren es noch 2017.

Ebenso erfreulich: Die Entwicklung der Taschendiebstähle. Im Vergleich zu mehr als 8000 Fällen im Jahr 2016 waren es 2017 nur noch 5850. So wenig, wie seit fünf Jahren nicht mehr. Besonders auffallend in diesem Zusammenhang: Lag die Zahl der Gepäckdiebstähle 2014 am Flughafen mal bei 1529, sind es 2017 noch 171 gewesen.

Die Gründe für die gute Entwicklung sind vielfältig. Kriminaldirektor Dietmar Kneib will auch einen Faktor nicht unterschätzen, der gar nicht in der Macht der Polizei liegt. Die Schließung der Balkan-Route, die viele Einbruchs-Serientäter aus dem südosteuropäischen Raum zur Einreise genutzt hätten. Aber auch die Polizei hat aus seiner Sicht einiges richtig gemacht. Durch mehr Präsenz etwa. Vor allem aber durch die Konzentration auf Serientäter, von denen 40 (nur eine Frau) in den Fokus genommen und zwölf in Haft genommen werden konnten. Denn die Ermittlungen zeigten immer wieder: „Wenige Täter begehen viele Straftaten.“

Am Flughafen trägt die intensive Zusammenarbeit mit Flughafen und Bundespolizei sowie der Einsatz von Zivilfahndern Früchte. Kneib glaubt zudem, dass sich das Projekt Skala positiv auswirke. Per Wahrscheinlichkeitsrechnung sollen aktuelle Einbruchsbrennpunkte identifiziert werden. Und auch die beschleunigten Verfahren „setzten wichtige Signale in die Szene“, sagt Kneib. In Kooperation mit Staatsanwalt und Gerichten könne man durch Verurteilungen innerhalb weniger Tage vor allem gegen reisende Täter schlagkräftiger vorgehen. Hinzu kommt noch: Ausländische Serienstraftäter werden konsequenter abgeschoben, sogar mit Polizeibegleitung bis ins Heimatland.

Auch der Blick auf weitere Daten stützt Wesselers These vom sichereren Düsseldorf. Es gab weniger Straßenkriminalität, zudem wurden weniger Sexualstraftaten angezeigt. Nach dem Sprung infolge der Silvestervorkommnisse 2016 auf 527 Fälle, waren jetzt noch 461. Des weiteren waren weniger Jugendliche kriminell.

Nach oben ging die laut Kneib „polizeilich schwer zu beeinflussende“ Zahl vorsätzlicher Tötungsdelikte (Mord und Totschlag). Sie stieg auf 20 an, alle wurden aufgeklärt. Vier Opfer starben. Acht Verletzte gab es allein beim Axt-Amoklauf am Hauptbahnhof.