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Kriminalität: Sex-Mord - Neue DNA-Spuren nach 17 Jahren

Kriminalität: Sex-Mord - Neue DNA-Spuren nach 17 Jahren

Getötete Joggerin an der Saaler Mühle: Polizei bittet 230 Männer zum Massenspeicheltest.

Rhein.-Berg. Kreis. Die Polizei hat die Ermittlungen im "Mordfall Lukas" wieder aufgenommen. Fast auf den Tag genau vor 17 Jahren, am 29. Juli 1992 wurde in einem Waldstück in der Nähe der Saaler Mühle in Bergisch Gladbach, zwischen den Ortsteilen Bensberg und Refrath, die 45-jährige Maria Ida Lukas ermordet aufgefunden. Sie war als Joggerin am 24. Juli 1992 dort unterwegs, als sie auf ihren Mörder traf.

Die von der damaligen Mordkommission durchgeführten Ermittlungen führten nicht zur Klärung der Tat. Aufgrund neuer kriminaltechnischer Untersuchungsmethoden, so Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag, hätten nunmehr DNA-Spuren des mutmaßlichen männlichen Täters gesichert werden können.

Die bisherigen DNA-Abgleiche mit bereits bekannten Kontaktpersonen des Opfers seien negativ verlaufen. Bei den Ermittlungen nach der Tat sei eine große Anzahl von Personen festgestellt worden, die sich zur möglichen Tatzeit in der Nähe des Tatortes aufgehalten, das Opfer gekannt hätten oder aus anderen Gründen in eine Überprüfung mit einbezogen worden seien.

Aus diesen festgestellten Personen hat die Polizei nun 230 Männer herausgefiltert, von denen nun auf freiwilliger Basis eine DNA-Speichelprobe entnommen werden solle. Die Männer wohnen jetzt überwiegend im Rheinisch Bergischen Kreis, im Oberbergischen Kreis, in Köln oder in Leverkusen. Sie würden in Kürze durch die Polizei um Abgabe einer Speichelprobe gebeten.

Die Polizei bittet die Männer aus diesem Personenkreis, am Massenspeicheltest teilzunehmen und damit zur Aufklärung des Verbrechens beizutragen.

Die Polizei berichtete damals von einem Sexualverbrechen. Getötet wurde die 45-jährige Joggerin am Freitag, 24. Juli 1992, nach 18Uhr. Im Anschluss an den Fund der Leiche bat die Polizei die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach einem etwa 30 bis 35-jährigen Mann in Jeanskleidung.

Eine Joggerfamilie hatte damals am Tattag zunächst am Saaler Weiher und kurz danach auf der Golfplatzstraße einen entsprechend gekleideten, ungepflegten Mann gesehen, der offenbar eine Abkürzung genommen hatte. Zwei Beschäftigte einer Firma an der Golfplatzstraße hatten zudem gegen 18 Uhr einen Mann gesehen, der einer Joggerin nachlief

Und zwei Autoinsassen hatten eine Stunde später einen Mann in einem Gebüsch beobachtet. Er habe eine Stirnmaske zur Stirn hochgerollt getragen und einen längeren Gegenstand in einer Hand gehalten.