1. NRW
  2. Burscheid & Region

Kindertagespflege: Familiäre Betreuungsidylle für die ersten Kinderjahre

Kindertagespflege: Familiäre Betreuungsidylle für die ersten Kinderjahre

Derzeit 32 Tagesmütter bieten eine professionelle Alternative zur Kindertagesstätte.

Burscheid. Elke Ortiz-Göthling wohnt idyllisch in einer Seitenstraße von Großbruch. Das gemütliche Haus und der Garten der 45-Jährigen stehen nicht nur ihren eigenen drei Kindern zur Verfügung, sondern wochentags bis 14.30 Uhr auch den Kleinkindern Henry, Frieda, Mattis sowie zweimal in der Woche dem Schulkind Lena. Denn Elke Ortiz-Göthling ist Tagesmutter — eine von 32 im Bereich des Kreisjugendamtes für Burscheid, Odenthal und Kürten.

Gerade für Eltern von Kindern unter drei Jahren hat die Kindertagespflege in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist in dem Zuge auch professionalisiert worden. Die Eltern schätzen die kleinen Betreuungsgruppen von maximal fünf Kindern, die verlässliche Bezugsperson und die größere Flexibilität bei zeitlichen Absprachen.

Auch der Kreis sieht die Kindertagespflege als gleichwertiges und professionelles Betreuungsangebot an. Im Zuge des Kinderbildungsgesetzes wurde der Bildungsauftrag auch auf Tagesmütter ausgeweitet. Heute steht vor dem Schritt in die Selbstständigkeit ein einjähriger Qualifizierungskurs, der 182 Stunden umfasst und im Wechsel von der Katholischen Familienbildungsstätte und dem Deutschen Roten Kreuz in Bergisch Gladbach ausgerichtet wird. Ein neuer Kurs der Familienbildungsstätte startet voraussichtlich nach den Sommerferien und findet einmal wöchentlich vormittags statt — kostenfreie Kinderbetreuung inklusive.

Den Kurs hat Elke Ortiz-Göthling als sehr hilfreich erlebt, auch wenn der gelernten Diätassistentin die Arbeit mit und für Kinder nicht nur aus der eigenen Familie, sondern auch aus der mehrjährigen Vorstandsarbeit bei der Elterninitiative Kleine Strolche vertraut war. „Man muss sich schon gut organisieren können“, sagt sie. Anmeldungen erfolgen dann oft über Mund-zu-Mund-Propaganda unter Eltern und das eigene Profil, das sich jede Tagesmutter im Lauf der Zeit erarbeitet. Das Idyll in Großbruch gehört bei Elke Ortiz-Göthling zweifelsohne dazu.