Burscheid: Auf dem Mönchhof sind schon die ersten Erdbeeren reif

Burscheid : Die ersten Erdbeeren sind schon reif

Äpfel, Erdbeeren und Heidelbeeren. Auf dem Obsthof von Norbert Stamm in Großhamberg blüht es auf den Feldern und in den Folientunneln.

Die Obstblüte bringt Norbert Stamm oftmals um den Schlaf, vor allem, wenn die Temperaturen in der Nacht unter den Gefrierpunkt fallen. Der 44-Jährige ist jetzt froh, dass die meisten seiner Äpfel am vergangenen sommerlichen Osterwochenende bereits Früchte angesetzt haben. Doch ganz sorglos waren die verganenen Wochen für ihn nicht, wie er sagt: „Ich habe am Wochenende davor noch einen Alarm bekommen. Da saß ich gerade beim Essen. In der Nacht darauf war ich mehrfach draußen und habe nach dem Wetter geschaut.“ 2017 hatte sich der Frost auf dem Mönchhof viele junge Triebe geholt.

Notfalls hätte er die Regner auf der Plantage starten können. Nach dem Osterwochenende hat sich viel getan auf seinem Hof. Er sagt: „Die ersten Erdbeeren sind reif. Wir fangen heute mit der Ernte an“ und zeigt einen Folientunnel mit endlos wirkenden Reihen an Erdbeerpflanzen.

Die stehen auf dem Boden und sind in einer Art Balkonkasten eingepflanzt. Nicht ohne Grund, wie der Obstbauer erläutert: „Hier am Boden sind die Temperaturen noch einmal ein kleines bisschen wärmer, als auf den Stellagen in den anderen Tunneln.“ Während nebenan die Beeren zwar auf etwa 1,20 Meter Höhe bequemer gepflückt werden können, hängen die süßen Früchte der frühen Sorte „Rumba“ dicht über dem Boden bereits rot und saftig.

Für die Bestäubung im Tunnel sorgen fleißige Insekten. Stamm setzt hier auf Hummeln: „Die Hummeln fliegen auch bei niedrigen Temperaturen“, sagt er. Draußen in den insgesamt 15 Hektar großen Heidelbeerfeldern sind etwa 30 Bienenvölker im Einsatz.

Die Erdbeeren werden - anders als die Heidelbeeren - vor allem in der Region, an den Erdbeerständen in Sträßchen und Lützenkirchen, auf dem Wochenmarkt in Schlebusch und im Hofladen verkauft. Die Heidelbeeren verkauft Stamm in ganz Nordrhein-Westfalen. Vor etwa zwanzig Jahren hat er mit dieser damals noch als „Nischenprodukt“ bezeichneten Beere angefangen. Inzwischen ist er dabei die ersten Sträucher gegen neuere Sorten auszutauschen.

Und noch etwas hat sich in der Zeit verändert. Ein neuer Schädling macht es den Obstanbauern zunehmend schwer. „Die Heidelbeere ist relativ unempfindlich“, sagt Stamm, doch die sogenannte Kirschessigfliege macht auch ihm zu schaffen: „Nicht nur uns. Ich bin mir sicher, dass es in wenigen Jahren kaum noch Wildholunder an den Straßen geben wird“, setzt er fort. In einem Forschungsprojekt, an dem er beteiligt ist, wird der neue Schädling untersucht. Schon jetzt weiß der Burscheider daraus, dass es wichtig ist, die Heidelbeeren am Strauch nicht zu reif werden zu lassen, um dem Schädling, der seine Eier in die reifen Früchte legt, wenig Brutmöglichkeiten anzubieten.

Auch bei den Äpfeln tut Stamm einiges, um Schädlingen aus dem Weg zu gehen. Eine Wetterstation übermittelt ständig Daten an die Landwirtschaftskammer: „Wenn bestimmte Faktoren zutreffen, weiß ich so etwa, dass die Schmetterlinge des Apfelwicklers unterwegs sind und Eier legen. Ich habe dann für eine kurze Zeit die Möglichkeit, ein Schädlingsbekämpfungsmittel auszubringen, das einen Virus enthält, der die Maden abtötet, bevor sie die Äpfel befallen“. Auch vor einem Pilzbefall wird er gewarnt, dann kann er vorbeugend eingreifen.

Maibeeren sind neu im Angebot

Neben der Hofeinfahrt findet sich eine eher kleine Fläche mit einer neuen Beerenart, die die Familie mit 600 Pflanzen gerade ausprobiert. Die Früchte sind schon zu sehen, aber noch recht klein und grün. Stamm schätzt: „Im Mai werden die Honigbeeren reif sein“.

Die Früchte haben die Farbe von Blaubeeren, sind aber länglicher und schmecken laut dem Hausherren säuerlicher, „fast wie schwarze Johannisbeere“.

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