Mit Bargeld bezahlen: Billig und schnell

Meinung : Bargeld bedeutet Freiheit

Na sowas. An der Ladenkasse ist die Barzahlung noch immer das schnellste und kostengünstigtse Zahlungsmittel. Sagt die Bundesbank und verweist auf eine entsprechende Untersuchung.

Seriöser kann die Quelle nicht sein. Offenbar ist das Bargeld also besser als sein Ruf. Der oft zu hörende Vorwurf, dass nur noch technikfeindliche Hinterweltler zu Scheinen und Münzen greifen und damit den Betrieb an der Kasse aufhalten, trifft offenkundig nicht zu.

Tatsächlich hängen viele Deutsche am Bargeld, anders als zum Beispiel die Schweden. Von jährlich rund 20 Milliarden Transaktionen im Einzelhandel erfolgen hierzulande die meisten mit Cash. Drei von vier Zahlungen an der Ladenkasse werden in bar abgewickelt. Vor allem bei kleinen Beträgen greifen die Menschen ins Portemonnaie. Ob kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone oder der Karte das grundlegend ändern wird, lässt sich schwer absehen. Jüngsten Umfragen zufolge können sich immerhin 44 Prozent der Bundesbürger vorstellen, auf Bargeld zu verzichten. Wer möchte, kann das tun. Aber es wäre ein schwerer Fehler, Scheine und Münzen ganz abzuschaffen.

Die Verfechter dieser Position behaupten, Bargeld helfe Kriminellen. Doch das trifft nicht zu. Die großen Steuer-Skandale wie Panama Papers haben gezeigt, dass Betrüger nicht mit Geldkoffern unterwegs sind, sondern elektronische Überweisungen mithilfe undurchschaubarer Firmennetzwerke vertuschen. Anonymität bieten zudem digitale Währungen wie Bitcoin. Nein, Bargeld ist ein hohes, schützenswertes Gut, weil es Freiheit bedeutet. Wer mit Scheinen und Münzen bezahlt, hinterlässt keine Datenspuren. Wer zur Karte oder zum Handy greift, gibt seine Daten privaten Unternehmen preis. Die Tür zur kommerziellen Nutzung oder gar zum Missbrauch steht offen. Effizienter Datenschutz ist nur mit Bargeld möglich. Im Privaten muss es deshalb möglich sein und bleiben, in bar zu bezahlen.

Ein Kommentar von Rolf Eckers. Foto: Sergej Lepke
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