Pokal-Aus von Fortuna Düsseldorf - Eine vertane Chance

Kommentar : Pokal-Aus von Fortuna Düsseldorf - Eine vertane Chance

Fortuna Düsseldorf hatte nichts zu verlieren. Deshalb ist es unverständlich, warum die Mannschaft nicht von Anfang an das Risiko gesucht hat. Ein Kommentar von Norbert Krings zu Fortunas Pokal-Aus auf Schalke.

Die Priorität Fortunas liegt eindeutig auf dem Klassenerhalt in der Bundesliga. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch eine Pokal-Niederlage beim FC Schalke zu verschmerzen. Aber: Diese Niederlage mit einem schlechten Tag abzutun, wie es gegen Leipzig geschah, ist zu einfach. Es war deutlich mehr drin gegen einen angeschlagenen Gegner. Das haben die letzten 20 Minuten gezeigt.

Norbert Krings. Foto: Sergej Lepke

Die Mannschaft hatte nichts zu verlieren. Deshalb ist es unverständlich, warum die Fortuna nicht von Anfang an das Risiko gesucht, den Mut aufgebracht und die Schalker so unter Druck gesetzt hat, wie es dann vor dem 1:3 und danach geschehen ist. Schalke wackelte, allen voran ihr verunsicherter Torwart. Doch was hat Ralf Fährmann auf sein Tor bekommen? So wenig, dass er nur zweimal patzte. Manchmal erscheint es so, als würden sich die Spieler der Fortuna selbst unterschätzen und sich zu wenig zutrauen. Allerdings gibt es auch Spieler, die derzeit in der Mannschaft wenig zu suchen haben.

Das Experiment mit Drobny im Tor ist nachvollziehbar, aber in der Liga nicht wiederholbar. Aymen Barkok muss viel mehr Spielpraxis — vielleicht über die zweite Mannschaft — bekommen, um helfen zu können. Und vorne ohne Stürmer zu spielen, der schneller als einer der Abwehrspieler ist, ist nicht sinnvoll. Deshalb kamen Dodi Lukebakio und Dawid Kownacki viel zu spät ins Spiel. Gegen Stuttgart muss das anders aussehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung