Wuppertal: AWG setzt bei Abfallsündern auf Mülldetektive

Müllbeseitigung : AWG setzt Mülldetektive auf Umweltsünder an

Zwei Mitarbeiter sind ab sofort im Stadtgebiet unterwegs, um Missstände zu dokumentieren.

Durchwühlter Sperrmüll in den Straßen, abgekippter Abfall im Wald oder gar illegal entsorgter Elektroschrott: Stadt und Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) wollen Müllsündern den Kampf ansagen „und  insbesondere gegen gewerbsmäßige Kriminelle vorgehen“, wie Oberbürgermeister Andreas Mucke bei der Vorstellung des Projekts am Mittwoch betonte.

Dazu  sind jetzt zwei Mülldetektive im Stadtgebiet unterwegs, die nicht nur Missstände feststellen und die Entsorgung veranlassen sollen, sondern dem städtischen Ordnungsamt vor allem belastbare Fakten liefern, um den oder die Verursacher belangen zu können. Sie fotografieren und dokumentieren vor Ort, „denn bei der Tätigkeit ist die Beweissicherung von zentraler Bedeutung“, sagt AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach: „Wichtig dabei: Die Mülldetektive dürfen weder Verwarnungen aussprechen noch Bußgelder verhängen.“ Kann der Verursacher ermittelt werden, ist dafür dann das Ordnungsamt zuständig.

478 Fälle wilder Müllkippen
im vergangenen Jahr

Die Stellen für die Mülldetektive werden über das Jobcenter finanziert,    Grundlage ist das Teilhabechancengesetz, wie Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Wuppertaler Jobcenters, erläutert: „Gerade Langzeitarbeitslosen bietet sich hier eine Perspektive, denn es handelt sich um vollwertige Stellen, die nach Tarif bezahlt werden.“  Befristet sind sie zunächst auf fünf Jahre, doch es bestehe die Chance auf eine spätere Übernahme: „Wir haben schon in der Vergangenheit sehr gut mit dem Jobcenter zusammengearbeitet“, sagt Martin Bickenbach, dem Oberbürgermeister Andreas Mucke dankte - denn strenggenommen übernehmen die Mülldetektive städtische Aufgaben. „Uns fehlen dafür aber die Kapazitäten“, sagt Mucke. Und so erfolgen die Kontrollen auf der Straße und die Vorarbeiten zur Einleitung eines Verfahrens unter Federführung der AWG, während die ordnungsrechtlichen Aufgaben weiterhin von Ordnungsamt und Unterer Abfallwirtschaftsbehörde verantwortet werden. 

Wilde Müllkippen im Stadtgebiet sind seit Jahren ein Ärgernis. 478 Fälle solch illegaler Entsorgung sind von der Unteren Abfallbhörde  für das vergangene Jahr aufgelistet - quer über das Stadtgebiet verteilt. Da das Ordnungsamt ebenfalls Meldungen entgegennehme und Dopplungen möglich seien, lasse sich das genaue Volumen nicht ermitteln. 2017 belief sich die Zahl der gemeldeten und beseitigten wilden Kippen - ohne Fahrzeuge - gar auf 524.

Insbesondere die Zunahme von Sperrmüll-Plünderungen,  wilden Kippen oder vermüllten AWG-Containerstandorten sei problematisch, da die Verursacher oftmals schwer zu ermitteln seien. Diese Mehrkosten könnten sich auf die Müllgebühren niederschlagen.

Laut AWG ist vorgesehen, dass die neuen Kräfte auch an Wochenenden und in den Abendstunden im Einsatz sind, vor allem aber stets zu zweit unterwegs: „Dieses Vier-Augen-Prinzip dient der Beweissicherung“, erklärt Bickenbach. Läuft alles nach Plan, könnte schon bald schon ein dritter Mülldetektiv die Arbeit aufnehmen, um illegale Abfallsünder zu ermitteln.