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Krefeld: Konten der Mösche-Männekes sollten geplündert werden

Betrug : Konten der Mösche-Männekes sollten geplündert werden

Die Sparkasse verhinderte einen Überweisungsbetrug auf Kosten der Karnevalisten in Höhe von 11 000 Euro.

Unbekannte haben versucht, die Konten der Karnevalsgesellschaft Mösche-Männekes abzuräumen. Insgesamt rund 23 000 Euro sollten mit zwei manipulierten Überweisungsträgern von der Sparkasse und der Volksbank nach Frankreich transferiert werden. „Bei der Sparkasse ist der Betrugsversuch aufgefallen, bei der Volksbank gelang er nicht, weil nicht genug Geld auf dem Konto war“, berichtet Reiner Schütt vom Vorstand der betroffenen Karnevalsgesellschaft.

Für die Polizei sind derartige Delikte mit den Kontodaten von Institutionen und gefälschten Unterschriften keine Seltenheit. Vergleichbare Fälle gab es in diesem Jahr bereits 64. Darunter Versuche wie im Fall der Krefelder Karnevalisten, aber auch für die Kriminellen erfolgreiche Transfers. Aufgeklärt wurden von den Ermittlern 39 Fälle (61 Prozent). Im vergangenen Jahr gab es 81 Fälle mit der Ermittlung von 32 Tatverdächtigen (40 Prozent). Die Polizei vermutet aber eine hohe Dunkelziffer und spricht von Summen zumeist in der Größenordnung von 1000 bis 2000 Euro.

Bei der Sparkasse sind die Erfahrungen andere: „Die Beträge liegen häufig im fünfstelligen Bereich“, sagt Heinz-Peter Heggen vom Sicherheitsmanagement des Geldinstituts. Betroffen im Geschäftsstellenbereich seien oft Vereine, es handele sich aber nicht um ein tägliches Phänomen. Allerdings registriere die Sparkasse mittlerweile mehr Betrugsversuche im so genannten Beleggebundenen Zahlungsverkehr (BZV) als im elektronischen Bereich. Appell des Sparkassen-Mitarbeiters an die Kunden ist es deshalb auch, sich mit dem Online-Banking anzufreunden.

Bei dem Betrugsversuch im Zusammenhang mit den Mösche-Männekes hat es sich um einen Betrag in Höhe von 11 000 Euro gehandelt, der vom Sparkassen-Konto nach Frankreich überwiesen werden sollte. Menschliche Aufmerksamkeit und technische Möglichkeiten können laut Heggen in solchen Fällen dazu führen, dass versuchte Straftaten im Hause des Geldinstituts auffallen.

„Das passte einfach nicht zu dem Verein“, sagt er. Ein Betrag in dieser Größenordnung, noch dazu an einen Empfänger in Frankreich, das entlarve in der Regel schon der Mitarbeiter, der den Überweisungsträger aus dem Briefkasten hole. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Enkel-Trick führe dazu, dass immer genauer hingeschaut werde. „Im Zweifel bleibt das aber im System hängen“, spricht Heggen auch die Prävention über entsprechende Software an.

Passten die Daten allerdings zu dem Kundenprofil und sehe die Unterschrift echt aus, werde es schwierig. Deshalb empfiehlt Heggen, den BZV sperren zu lassen. Mitglieder könnten dann weiter ihre Beiträge auf dem herkömmlichen Weg überweisen, Unbefugte scheiterten aber mit Versuchen, im Auftrag des Vereins Geld zu transferieren.

Die Lehre, die die Mösche-Männekes aus dem Vorfall gezogen haben: „Wir werden ab sofort unsere Unterschriften nicht mehr veröffentlichen“, sagt Reiner Schütt. „Diesen Ratschlag würden wir gerne auch anderen Vereinen mit auf den Weg geben.“ Die Unterschrift eines Verantwortlichen aus dem Verein sei vermutlich aus dem Sessions-Heft „herauskopiert“ worden.

Die Polizei rät, generell vorsichtig mit Kontodaten umzugehen und nur auf Nachfrage weiterzugeben. Zudem sei es wichtig, regelmäßig die Kontobewegungen zu überprüfen. „Da gehen auch schnell mal Beträge unter“, sagt Christian Werle, Sprecher bei der Krefelder Polizei.