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Fortuna Düsseldorf: Fortunas Innenverteidigung ist zu dünn besetzt

Fortuna Düsseldorf : Fortunas Innenverteidigung ist zu dünn besetzt

Was passiert, falls sich Alex Madlung und Kevin Akpoguma verletzen sollten?

Düsseldorf. Dass die Fortuna mit den bundesligaerfahrenen Karim Haggui und Christian Strohdiek eine Schwachstelle haben würde, hätten auch die meisten Fußball-Experten zu Saisonbeginn im August 2015 für unwahrscheinlich gehalten. Nachdem nun der Vertrag mit Strohdiek aufgelöst wurde und auch der Abgang von Haggui beschlossene Sache zu sein scheint, wird die Fortuna auf andere Kräfte setzen. In unserer Analyse-Serie der einzelnen Mannschaftsteile schauen wir heute auf die Innenverteidiger.

Stärken: Der 32-Jährige lebt vor allem von seiner Erfahrung, seiner Kopfballstärke und seiner Übersicht. Er ahnt Situationen voraus und ist oft ohne große Laufwege zur Stelle. In den Zweikämpfen besticht er durch robuste Härte, die selten die Grenzen zur Unfairness überschreitet. Madlung weiß, wie weit er gehen kann. Mit seinen weiten Pässen aus der Abwehr erreicht er zwar nicht immer einen Mitspieler in der vorderen Reihe, aber oft genug leitet er gefährliche Aktionen ein. Wichtig ist auch, dass Madlung mit seinen Mitspielern spricht und klare Anweisungen geben kann. Er will nicht nur Führungsspieler sein, er strahlt das auch aus.

Schwächen: Madlung spielt nicht mehr in der Bundesliga, weil er nicht mehr der Schnellste ist und in der Spieleröffnung zu ungenau ist und er oft nur mit weiten Bällen in die Spitze agiert. Deshalb benötigt er an seiner Seite eine Ergänzung, die sich in Akpoguma wohl gefunden hat. Bislang hat Madlung es jedenfalls im Trikot der Fortuna noch nicht geschafft, einen Kopfballtreffer zu erzielen. Doch das könnte in der kommenden Spielzeit wieder zu einer Stärke werden.

Ausblick: Friedhelm Funkel wird nicht umhinkommen, auf seinen erfahrensten Spieler zu setzen. Madlung hat immer noch genügend Klasse, um in der 2. Liga zu den Besseren zu gehören. Er soll und wird einer der Führungsfiguren in der Mannschaft bleiben.

Stärken: In erster Linie ist seine Schnelligkeit zu nennen, die er in den letzten Spielen der vergangenen Saison gewinnbringend eingesetzt hat. Auch im Zweikampf ist er im Zentrum stark, weil er genau weiß, was er in dieser Zone machen muss. Das Kopfballspiel ist gut, allerdings auch in der Offensive bei seiner Größe noch verbesserungswürdig. Der 21-Jährige ist lernwillig und hat zuletzt unter Funkel einen großen Sprung gemacht.

Schwächen: Nach 933 Minuten in der 2. Liga kann Akpoguma noch nicht komplett im Profifußball angekommen sein. Zudem neigt er dazu, zu viel auf einmal zu wollen. Seine Zweikampfführung ist stürmisch, zu schnell auf den Ballgewinn ausgerichtet. Zudem wirkt der U 21-Nationalspieler im Raum, vor allem auf dem Flügel, noch etwas desorientiert. So hatte er als Außenverteidiger in der Anfangsphase der Saison auch größere Probleme.

Ausblick: Wenn Akpogumas Entwicklung in diesem Tempo weitergeht, würden die Verantwortlichen der Fortuna gut daran tun, den Innenverteidiger möglichst schnell zu verpflichten. Denn sonst ist der Frust groß, wenn der 20-Jährige nach der Saison wieder zurück nach Hoffenheim gehen muss. Der Trainer hat die Erfahrung, dieses Talent weiter zu formen.

Stärken: Der Neuprofi ist schnell und zweikampfstark. In der U 23 hatte der 20-Jährige bereits eine Führungsrolle inne, weil er nicht etwa lautstark auf dem Platz agierte, sondern über eine natürliche Autorität durch seine Präsenz und Spielweise verfügt.

Schwächen: Natürlich fehlt Bormuth die Erfahrung von vielen Zweitliga-Einsätzen. Er wird lernen müssen und dabei auch Fehler machen. Zudem muss er sich seine Rolle im Profikader neu erkämpfen und zeigen, dass er mithalten kann. So muss er auch nach außen noch an Härte und Profil gewinnen.

Ausblick: Robin Bormuth ist ein großes Talent, das allerdings erst in der 2. Liga nachweisen muss, dass er die Klasse für den Profifußball wirklich hat. Zunächst ist er nur Backup für die wohl gesetzten Akpoguma und Madlung. Doch Funkel kann ihn ohne Probleme ins kalte Wasser werfen. Denn Bormuth wird schwimmen, wenn er das zeigt, was ihn in der Regionalliga starkgemacht hat.

Auch ein Adam Bodzek könnte wieder in der Innenverteidigung spielen, wenn Not am Mann ist. Eingeschränkt gilt das auch für Marcel Sobottka und sogar für Oliver Fink. Doch die Fortuna wäre gut beraten, nach dem Abgang von Christian Strohdiek und dem gewünschten Abschied von Karim Haggui in der Innenverteidigung noch einen neuen Spieler zu verpflichten. Sonst wäre die Personaldecke in diesem wichtigen Bereich doch etwas zu dünn.