Fortunas Aufstiegshelden kritisieren das Team

Fortunas Aufstiegshelden kritisieren das Team

Olivier Caillas & Co. melden sich zur aktuellen Situation der Fortuna zu Wort.

Düsseldorf. Es ist wohl einmalig im deutschen Profi-Fußball, dass sich zahlreiche ehemalige Spieler gleichzeitig an ihre Nachfolger wenden, um deren Leistung zu kritisieren.

„Es sollte ein ,Hallo-Wach-Effekt’ auslösen“, sagt Olivier Caillas, der Initiator der Aktion, die besonders von den Spielern von Fortuna Düsseldorf unterstützt wird, die am 23. Mai 2009 den Aufstieg aus der 3. in die 2. Liga feiern durften.

„Ich habe diesen Aufruf verfasst, aber alle anderen haben es so auch gedacht“, sagt Caillas, der sich gezwungen sah, nach dem trostlosen Spiel gegen den FSV Frankfurt (0:0) die Initiative zu ergreifen und das Wort an die aktuelle Mannschaft zu richten. Damit sei kein einzelner Spieler gemeint. Es gehe um das Ganze und die mögliche Gefährdung des Profifußballs in Düsseldorf.

Olivier Caillas spielt derzeit beim FC Schalke 04 in der zweiten Mannschaft und arbeitet zudem mehrere Tage in der Marketing-Abteilung des Fußball-Bundesligisten. Aber wie für viele andere ehemaligen Spieler der Fortuna ist es ihm ein Bedürfnis, immer wieder in der Arena zu sein, um mit der Mannschaft und dem Club mitzufiebern. Die Verbundenheit ist offensichtlich bei vielen Fortunen noch sehr groß.

„Nach wie vor stehen wir hinter der Mannschaft“, sagte Caillas. „Aber wir müssen den Finger in die Wunde legen und aufrütteln, damit etwas passiert“, sagt Caillas, der erklärt, auch für Spieler zu sprechen wie Marco Christ, dem damals das entscheidende Tor im Aufstiegsfinale gegen Werder Bremen II gelungen war.

Oder für die Torhüter Michael Melka und Miachael Ratajcak. „Wir haben immer noch einen sehr guten Kontakt untereinander und diskutieren viel über die aktuellen Ereignisse“, sagt Caillas. Auch alle anderen Spieler der Aufstiegsmannschaft wurden informiert und haben offensichtlich gegen die Aktion nichts einzuwenden.

Unter den aktuellen Spielern soll die Aktion auf wenig Begeisterung gestoßen sein. „Wir leiden mit dem Verein“, sagt Caillas. „Es sollen keine Einzelnen niedergemacht werden, sondern wir wollen helfen, auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, die dem Verein schaden könnten“, erklärt Caillas.

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