Fußball: „Auge“ kehrt zurück, viele sind vergessen

Fußball: „Auge“ kehrt zurück, viele sind vergessen

Wie sich die Weltmeister von 1990 heute durch das Leben schlagen – oft fernab des Erfolgs.

Düsseldorf. "Auge" ist zurück: Weltmeister Klaus Augenthaler hat sich nach fast dreijähriger Trainer-Auszeit als Feuerwehrmann beim abstiegsbedrohten Drittligisten SpVgg Unterhaching zurückgemeldet. Der 52-Jährige übernahm am Dienstag die Nachfolge von Matthias Lust. "Ich bin sicher, dass wir die Liga halten", versprach der Fußball-Weltmeister von 1990, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt. Zuletzt hatte Augenthaler den VfL Wolfsburg trainiert, dort musste er im Mai 2007 Felix Magath weichen.

"Es ist ein Freundschaftsdienst für Unterhaching", erklärte Präsident Engelbert Kupka zum befristeten Engagement von Augenthaler, der die Dinge gewöhnlich nüchtern betrachtet: "Es gibt zwei Dinge im Leben. Irgendwann muss man mal sterben, und wenn du Trainer bist, wirst du irgendwann entlassen", sagte er einmal. Erst vor wenigen Tagen hatte Bayerns Ehrenpräsident und Augenthalers Weltmeister-Trainer Franz Beckenbauer gemutmaßt, dass "der Auge vielleicht gar keine Lust mehr auf den Trainerjob hat".

Beckenbauer hat sich getäuscht - und muss doch mitansehen, wie zahlreich seine Weltmeister von 1990 in ihren späteren Fußball-Karrieren gescheitert sind. Mit Ausnahme der ehemaligen Bundestrainer Rudi Völler und Jürgen Klinsmann ist kaum ein Weltmeister von 1990 im Fußball-Geschäft erfolgreich geworden. Auch Augenthaler gehört irgendwie dazu.

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