Karneval: Wuppdika: Der erste Höhepunkt der Session

Karneval : Wuppdika: Der erste Höhepunkt der Session

Beim Prinzentreffen in der Hako-Event-Arena lief vieles besser als im vergangenen Jahr.

„Wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich schon eher mal gekommen.“ Lob aus berufenem Munde, nämlich aus dem von Klaus Ludwig Fess, dem Präsident des Bundes Deutscher Karneval mit rund 2,6 Millionen Mitgliedern. Gesagt am Freitagabend beim Prinzentreffen im Bereich des Rheinisch-Bergisch-Märkischen Karnevals, zu dem dessen Präsident Kurt Weisdörfer (Wuppertal) in die Hako-Event-Arena eingeladen hatte.

Vor der Kulisse eines riesigen von Klaus J. Burandt aufwändig gestalteten Wandvorhangs betraten die Vertreter des karnevalistischen Hochadels aus rund 20 Städten die Bühne und richteten ihre Grüße an das närrische Volk, das am Freitagabend mit etwa 550 Jecken den Saal nahezu füllte.

Die Veranstalter haben
aus Fehlern gelernt

Waren im vorigen Jahr die Tollitäten und Dreigestirne einzeln auf die Bühne gekommen und jeweils mit Klatschmarsch begrüßt und nach dem Austausch von Nettigkeiten und den obligatorischen Orden ebenso verabschiedet worden, so hatte man aus dem nur mäßig unterhaltsamen Geschehen gelernt. „Dass die Vorstellungen der Prinzenpaare bis 1.30 Uhr dauern, das soll uns in diesem Jahr nicht nochmal passieren“, meinte Kurt Weisdörfer und feierte zunächst den Einmarsch des Wuppertaler Kinderprinzenpaares, bei dem Leon II mit der Routine seiner zweiten Amtszeit die Gäste begrüßte, begleitet von Lilly I. Dann bat Weisdörfer auch gleich sieben Paare nach vorn. Angeführt von Stephan I, dem Wuppertaler Prinzen zusammen mit seiner Sabine I und närrische Hoheiten aus den Hochburgen wie Gevelsberg und Leichlingen oder Unterbach.

Stephan I, als Präsident der Weinberger Funken und im Showgeschäft als „Stevenelvis“ eine bekannte Größe, genoss seine geliebte Würde und wünschte allen Anwesenden ein frohes Neues Jahr und vor allem eine fröhliche Session, natürlich mit viel „Wuppdika“, gegen das das „RBM-Helau“ ein wenig zaghaft wirkte. Nahezu jede Gemeinde hatte nicht nur ein prächtig gewandetes Prinzenpaar aufgeboten, sondern intoniert auch seinen eigenen karnevalistischen Schlachtruf. Markiges „Loss jonn“, „IA“, „Alaaf“ und “Wuppdika“ heizten die Stimmung im Saal allmählich an, und die Auftritte der Wuppertaler Showgarde, des Hohensteiner Tanzkorps und der Sound Trumpets „Wuppergold“ animierten das Publikum bald zum Schunkeln.

Als dann RBM-Präsident Kurt Weisdörfer unter anderem die Wuppertaler Karnevalsrecken Gerd Kaldewey und Michael Donner mit der Ehrensenator-Würde ausstattete, erlebte die Begeisterung einen weiteren Höhepunkt. Vor allem als Gastronom Gerd Kaldewey seine neuen Senats-Kollegen in sein für seine Rippchen berühmtes Restaurant in die Südstadt einlud und das mit einem dreifach donnernden „Wuppdika“ würzte, wurde das mit allgemeinem Jubel aufgenommen.

Beide erhielten übrigens Urkunden und keine Orden. Bei Michael Donner hatte das seine besondere Bewandtnis. Er stellt nämlich die karnevalistischen Ehrenzeichen selbst her und hatte rund 600 Zeugnisse seines diesbezüglichen kreativen Schaffens auf zehn Stellwänden am Eingang vorgestellt. „Die Neuesten sind noch nicht drauf. Vor der Verleihung dürfen sie noch nicht ausgestellt werden“, verriet der „Ordens-Virtuose“, der bis nach Düsseldorf liefert. Allerdings nicht nach Köln. „Gegen den kölschen Klüngel kommt man nicht an“, meinte Donner augenzwinkernd.

Derweil ging die Vorstellung von Karnevals-Größen wie dem „Hasper Schalk Michelle I“, „Loreley Rheingold Hagen“ oder „Oberloss-Paar Hagen-Boele“ und dem Bochumer Dreigestirn stimmungsvoll weiter, wobei es dem „Spaß an der Freud“ keinen Abbruch tat, wenn die gigantischen Pfauenfedern auf den Kopfbedeckungen der prinzlichen Würdenträgern den Umstehenden unter den Nasen kitzelten.

Was im vorigen Jahr noch mehr lang als weilig war, das wurde diesmal zu einem ersten karnevalistischen Höhepunkt in 2019.

Mehr von Westdeutsche Zeitung