Pina Bausch Zentrum: Tanzzentrum: Nun folgt ein Wettbewerb

Pina Bausch Zentrum : Tanzzentrum: Nun folgt ein Wettbewerb

Sieger soll im Herbst 2020 feststehen. Die Eröffnung des Hauses ist für 2026 geplant.

Mit großer Einmütigkeit hat der Rat im Dezember den Durchführungsbeschluss zur Errichtung des Pina Bausch Zentrums gefasst – ein entscheidender Schritt. Doch bis es spürbar weiter geht, wird es noch eine Weile dauern: Der Architekten-Wettbewerb wird frühestens im August ausgelobt, die Preisverleihung ein Jahr später stattfinden. Baustart soll 2022 sein, Eröffnung 2026.

„Wir durften noch nichts vorbereiten“, erklärt Andrea Nickl, Produktmanagerin für Kulturbauten beim städtischen Gebäudemanagement (GMW). Erst mit dem Durchführungsbeschluss könnten sie jetzt daran gehen, die Konditionen des Wettbewerbs und die Termine mit den Fördergebern, vor allem mit dem Bund, abzustimmen.

Bewerber müssen darstellen, wie der Umbau umgesetzt werden soll

Klar sei schon, dass es ein „nicht offener Realisierungswettbewerb als Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren und anschließendem Verhandlungsverfahren“ sein wird. Das heißt, zunächst werde die Zahl der teilnehmenden Architekten- oder Planungsbüros durch ein Bewerbungsverfahren beschränkt. Andrea Nickl erklärt: „Es werden Eignungskriterien festgelegt, dann kann man sich bewerben.“

Für einen Realisierungswettbewerb müssten die Teilnehmer dann mehr als nur eine Skizze einreichen: „Es muss tatsächlich dargestellt werden, wie der Umbau des Schauspielhauses und der Neubau unter den bestehenden Rahmenbedingungen umgesetzt werden soll“, so Andrea Nickl. Verhandlungsverfahren wiederum bedeutet, dass nach Ende des Wettbewerbs mit dem Preisträger oder mehreren Preisträgern verhandelt wird, was von den Entwürfen umgesetzt wird.

Der Architektenwettbewerb bezieht sich auf die Modernisierung des Schauspielhauses, die Errichtung eines zusätzlichen Neubaus und die Frage, wie mit dem Sopp‘schen Pavillon umgegangen wird, der ehemaligen Tankstelle, die heute als Kneipe Underground genutzt wird. Für die Gestaltung der Außenanlagen, die nicht im Projektrahmen Pina Bausch Zentrum enthalten sind, wird mit dem Architektenwettbewerb ein weiterer Wettbewerb kombiniert. Dieser soll als Ideenwettbewerb stattfinden. Andrea Nickl erklärt, dass das die freiere Nutzung unterschiedlicher Ansätze erlaube. Die Kosten für die Gestaltung der Außenanlagen werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Diese will die Stadt mit Hilfe des Förderprogramms Stadtumbau West finanzieren, bei dem Bund und Land 80 Prozent übernehmen.

Die Details zum Architektenwettbewerb wie zum Beispiel die Kriterien für eine Bewerbung oder die Frage, wer in der Jury sitzt, stehen alle noch nicht fest. „Das muss alles genau mit dem Bund abgestimmt werden“, betont Andrea Nickl. Ziel sei, dass ein Jahr nach Auslobung des Wettbewerbs der Preisträger feststehe und im Oktober 2020 die Beauftragung zur Planung erfolgen kann. Erst wenn diese stehe, könnten die nötigen Fördergelder beantragt werden.

Zur Begleitung und Steuerung des Projekts wird eine Ratskommission eingerichtet. An sie wird die Verwaltung regelmäßig erst über den Stand der Planungen, später über die Baufortschritte berichten. Andrea Nickl betont, dass nach Abschluss der Planung und Prüfung der notwendigen Finanzierung noch einmal ein Ratsbeschluss gefasst werden soll, bevor die Bauarbeiten beginnen. Baustart könne dann Mitte 2022 sein. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

Was kurzfristig geschieht, ist die Erarbeitung einen Konzepts für die Rechtsform und Organisationsstruktur des Pina Bausch Zentrums. Das soll die Verwaltung noch im ersten Halbjahr 2019 vorlegen. Es muss sicherstellen, dass der Förderzweck für den Zweckbindungszeitraum von 30 Jahren gewährleistet ist.

Bis die Bauarbeiten beginnen, kümmert sich das GMW weiter um das Schauspielhaus. Am wichtigsten sei es, die Hülle zu kontrollieren, erklärt Andrea Nickl: „Wir prüfen regelmäßig, ob noch alles dicht ist.“ Bei Flachdächern sei die Gefahr vergleichsweise groß, dass Regen eindringe. Die Haushülle sei aber zum Glück „gut in Schuss“, sagt sie, auch wenn ihr das Alter inzwischen anzusehen sei. Auch der Starkregen habe keine größeren Schäden verursacht. Zum Schutz vor Frostschäden werde das Gebäude auch weiterhin leicht geheizt. Der Erhalt kostet, so hatte Stadtkämmerer Johannes Slawig einmal gesagt, rund 500 000 Euro im Jahr.

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