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Wird Wuppertal abgekoppelt?

Wird Wuppertal abgekoppelt?

Ab Montag fährt der Berlin-ICE nur noch eingeschränkt. Mit der Müngstener Brücke ist frühestens ab Mai zu rechnen — und die Politik fordert per Resolution den Ausbau der S 28.

Wuppertal. In der kommenden Woche wird es ernst: Vom 11. April bis zum 27. August gibt es massive Einschränkungen beim Wuppertaler Fernverkehr der Bahn. Wie berichtet, hält der ICE von und nach Berlin in dieser Zeit nur zweimal täglich am Hauptbahnhof: Um 5.02 Uhr morgens geht es von dort nach Berlin, um 18.22 Uhr kommt der ICE aus der Hauptstadt in Elberfeld an. Unterdessen gehen die Diskussionen um die Zukunft des Bahnverkehrs im Großraum Wuppertal unvermindert weiter.

Während die Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Peter Hintze (CDU) und Manfred Zöllmer (SPD) es als Erfolg melden, dass der ICE nach Abschluss der Bauarbeiten zwischen Hannover und Berlin Ende August wieder regulär fährt und zumindest hier nach Auskunft der Bahn in den nächsten Jahren keine weiteren Einschnitte drohen, gab es am Mittwochnachmittag im Verkehrsausschuss deutliche Worte zur Zukunft des Regionalverkehrs in Form der S 28.

In einer Resolution spricht sich die Politik für einen zügigen Ausbau der Regiobahn S 28 nach Wuppertal aus. Nach wie vor ist offen, wann die Anbindung über den Kreis Mettmann und Düsseldorf bis nach Neuss und Kaarst realisiert wird — mit der Option, die S 28 von dort aus über Viersen bis nach Venlo zu verlängern. Bis 2019 besteht Baurecht. Veranschlagt sind Baukosten von etwa 36 Millionen Euro, die jährlichen Betriebskosten lägen bei etwa zwei Millionen Euro, wobei Wuppertal derzeit nicht in der Lage ist, ein Fünftel der Kosten zu tragen. Schon jetzt nutzen täglich mehr als 21 000 Fahrgäste Züge der Regiobahn.

Auch die Sorgen um die Regionalbahnverbindung über die Müngstener Brücke waren im Ausschuss erneut ein Thema: Die Stadt Wuppertal geht davon aus, dass „eine Freigabe der Brücke frühestens im Mai zu erwarten ist“ — fünf Monate später als zunächst erwartet. Die Grundsanierung für 30 Millionen Euro von 2012 bis voraussichtlich 2017 sichere die Brücke „zunächst weitere 25 bis 30 Jahre.“

Dies gelte „aber nur für den Personenverkehr“ mit der Regionalbahn (RB) 47. „Eine Befahrbarkeit für den Güterverkehr wird aller Voraussicht nach nicht wieder hergestellt“, heißt es im Sachstandsbericht der Wuppertaler Stadtverwaltung.

Die Deutsche Bahn kündigt unterdessen grundsätzlich „mehr Platz im Regionalexpress“ und „mehr Sauberkeit, Komfort und Service“ in ihren Zügen an: Nach dem Einsatz neuer S-Bahnen werde man in diesem Jahr Regional-Express-Linien verbessern. Vorgesehen sei dabei der Einsatz 13 neuer Doppelstockwagen und eine Modernisierung von insgesamt 133 Wagen „in punkto Komfort und Erscheinungsbild“.

Dabei werden WC-Anlagen ausgetauscht und Sitzteile erneuert. Bundesweit will die Deutsche Bahn 42 Millionen Euro zusätzlich in ihre RE- und S-Bahn-Linien investieren — und dabei auch Schäden durch Vandalismus sowie Verschmutzungen schneller beseitigen. Das betrifft zerkratzte Scheiben ebenso wie beschädigte Sitzpolster. „Die Zufriedenheit mit dem Zustand der Züge“ hat sich aus Sicht der Bahn und nach Auswertung von Testfahrten des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) „stark verbessert“.