Unternehmen Dinnebier Licht zieht von Wuppertal nach Solingen-Gräfrath

Wirtschaft : Traditionsunternehmen Dinnebier Licht verlässt Lüntenbeck

Das Unternehmen zieht aus dem Schloss Lüntenbeck in einen Neubau am Lichtturm in Solingen-Gräfrath. Die Firma sei an dem alten Standort an Grenzen gestoßen, so der Geschäftsführer.

„Wir arbeiten bis es hell wird“, lautet das Motto der Dinnebier Licht GmbH. Ab diesem Frühjahr will das Unternehmen diesem Vorsatz allerdings nicht mehr im Schloss Lüntenbeck in Vohwinkel, sondern in einem Neubau Am Piepersberg 36 in Solingen-Gräfrath gerecht werden. Seit 1972 betreibt die Dinnebier Licht GmbH in den historischen Gemäuern eine Manufaktur, die Beleuchtungssysteme für Kunden in aller Welt herstellt. Auch in Wuppertal hat das Unternehmen auf imposante Art Licht ins Dunkle gebracht. Besonders markant sind die Kronleuchter Stilio im großen Saal der Wuppertaler Stadthalle. Ein stilprägendes Beispiel, wie moderne Technik mit einer historischen Umgebung in Einklang gebracht werden kann.

Die Entscheidung für den neuen Standort Gräfrath sei keine Entscheidung gegen Wuppertal, betont Geschäftsführer Daniel Klages. „Uns ist bewusst, dass für alle Wuppertaler die Firma mit dem Ort Schloss Lüntenbeck verbunden ist, aber wir sind an diesem Standort an unsere Grenzen gestoßen. Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, dann müssen wir uns verändern.“ Vor der Werkstatt steht eine Maschine auf dem Hof, sinnbildlich für diese Aussage. Die für das Unternehmen arbeitenden Metallbildner biegen mit ihr die Reifen für die Lampen im Freien, weil in der Werkstatt die Deckenhöhe nicht für die größeren Teile nicht ausreicht. „Die niedrigen Räume wurde früher als Ställe genutzt“, sagt Daniel Klages.

Bei der Wahl des neuen Standortes gab die fußläufige Nähe zum Solinger Lichtturm den Ausschlag. Der Firmengründer Johannes Dinnebier hatte den Wasserturm 1996 erworben und zum Lichtturm umgebaut. „Wenn wir schon den einen Traditionsstandort verlassen müssen, wollen wir uns dem anderen nähern“, sagt Daniel Klages, der mit seiner Frau Julia Dinnebier das Unternehmen leitet. Alle 16 Mitarbeiter, darunter Metallbildner und Konstrukteure, machen den Umzug mit, auch wenn manchem der Abschied von der Idylle in der Lüntenbeck schwer fallen dürfte.

Die Räume im Schloss sollen kleinteiliger vermietet werden

„Wir wollen die Räume in Zukunft kleinteiliger und an mehrere Partien vermieten. Einige Mieter auf dem Hof werden in freiwerdende Räume umziehen, die für Verkauf und Schulungen genutzt werden können“, sagt Antonia Dinnebier für die Schlossverwaltung. Ob der Umzug im April oder Mai wie geplant über die Bühne geht, hängt von den Fortschritten auf der Baustelle am Piepersberg ab, wo bereits der Rohbau auf einer Grundfläche von 600 Quadratmetern steht. Über die Höhe der Investitionen macht Daniel Klages keine Angaben.

Betriebsleister Bernd Twardon sieht die Vorteile vor allem in der Größe und Höhe der Räume am künftigen Standort. In Schloss Lüntenbeck ist es aufgrund der fehlenden Lagerräume und der auf mehrere Räume verteilten Werkstatt nur mit einem großen Maß an Improvisation möglich, die großen Dinnebier-Leuchten termingerecht per Hand herzustellen. Aktuell werden Lampen für einen historischen Konferenzsaal des Kultusministeriums in Luxemburg gefertigt. Dass solche Lampen bald aus Solingen statt aus Wuppertal in die weite Welt versandt werden, sieht Daniel Klages entspannt. „Die Stadtgrenzen sollten in der Bergischen Region schon längst nicht mehr diese Bedeutung haben.“

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