Umbau des Wuppertaler Schauspielhauses weist erhebliche Tücken auf

Rundgang im Schauspielhaus : Mit dem 40-Tonner im Aufzug durch das Schauspielhaus

Bei der Planung des Bausch-Zentrums spielt die Technik hinter der Bühne eine wichtige Rolle.

Die Mitglieder der Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Projektes Pina Bausch Zentrum besichtigten am Mittwoch das Schauspielhaus, das eine große Vergangenheit hinter sich hat und auf das eine ungewisse Zukunft wartet. Auf einem Rundgang durch das seit 2013 geschlossene Gebäude gab Frank Meidrodt, Teilprojektleiter Bau des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal, den Mitgliedern der Kommission einen Überblick über den Planungsstand und die Aufgaben, die auf die Stadt als Bauherren noch zukommen – vorausgesetzt, die Finanzierung des Gesamtpakets von Investitions- und Betriebskosten mit Unterstützung von Bund und Land gelingt. Aktuell wird für den Umbau des Schauspielhauses (10 000 Quadratmeter Gebäudefläche) und einen auf dem Parkplatz nebenan zu schaffenden Ergänzungsneubau mit Kosten von rund 71 Millionen Euro kalkuliert. Hinzu kommen die Betriebskosten in Höhe von 14 Millionen Euro pro Jahr, für deren Finanzierung es zwischen Bund, Land und Stadt aktuell noch keine vertragliche Regelung gibt.

Frank Meidrodt, der für das GMW als Projektleiter bereits beim Umbau des Opernhauses tätig war, wies auf die Vorgaben durch den Denkmalschutz und die Urheberrechte der Nachfahren von Architekt Gerhard Graubner hin, der das 1966 eröffnete Gebäude entworfen hat. Aus heutiger Sicht weise das Gebäude einige Schwachstellen auf. So sei ursprünglich an der Stelle, wo heute das Kino steht, ein Gebäude für Lager und Werkstätten geplant gewesen. Zudem gibt es im Schauspielhaus keine Probebühne, die der Bühne mit einer Fläche von 400 Quadratmetern entspricht. „Unser Konzept sieht vor, dass es zwei Proberäume in dieser Größe und Geometrie gibt“, erklärte Meidrodt, während die Mitglieder der Kommission hinter dem eisernen Vorhang zum Zuschauerraum Bühnenluft schnupperten – die allerdings reichlich abgestanden ist.

Ein wichtiges Detail betrifft die Anlieferung der Bühnenbilder. Mehr als 40 Bühnenbilder hat das Tanzzentrum eingelagert. Die Anlieferung im Schauspielhaus war ein Problem, denn um die Kulissen auf die Bühne zu bringen, mussten sie zerlegt und wieder zusammengesetzt werden. „Wir überlegen daher, einen Aufzug einzubauen, der einen 40-Tonnen-Laster bestückt mit einem Schiffscontainer im Schauspielhaus auf Bühnenhöhe hieven kann. Das kostet zunächst viel Geld, hilft uns aber auf Dauer enorme Kosten beim Auf- und Abbau zu sparen“, so Meidrodt. Gravierende Veränderungen sind nicht nur auf, hinter und unter der Bühne erforderlich. Das Foyer soll multifunktional nutzbar sein. Problematisch ist, dass alle Wege aus dem Zuschauerraum ins Foyer führen, was den Einbau zusätzlicher Fluchtwege erfordert.

In den vergangenen Jahren hat das GMW in Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation, die am Mittwoch durch Salomon Bausch vertreten war, eine Bestandsaufnahme des Gebäudes gemacht, Untersuchungen zu Altlasten und Grundwasser vorgenommen und ein grundlegendes Konzept erarbeitet. Der spätere Architektenwettbewerb baue auf diesen Grundlagen auf, erklärte Frank Meidrodt.

„Was passiert mit dem Pavillon?“, wollte Karl-Theodor Jüchter, beratendes Mitglied vom Förderverein Pina Bausch Zentrum wissen. Eine Frage, die wie viele Details noch nicht beantwortet werden kann. Der Sopp‘sche Pavillon an der B 7 steht unter Denkmalschutz und damit dem Bau eines zweiten Ergänzungsbaus im Weg.

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