Wuppertal: Der Berg liest — und fast 200 machen mit

Lesefestival : „Der Berg liest“ an so vielen Orten wie noch nie

Das Lesefestival geht am Sonntag in die nächste Runde — mit knapp 200 Lesungen.

„Der Berg liest“ meldet sich mit einem Rekord zurück: Das Lesefestival auf dem Ölberg findet am kommenden Sonntag an 75 Orten statt — so viele wie noch nie, erzählt Uwe Peter, der die Veranstaltung mit insgesamt knapp 200 Lesungen gemeinsam mit Steven März organisiert. Kurzentschlossene können sich noch bis Samstagabend anmelden. Die Flyer sind zwar bereits gedruckt und verteilt. Online wird er aber noch aktualisiert. Gleiches gilt für die interaktive Karte.

Ob Ölberg-Dom, alte Bäckereistube, Werkstadt, Treppenhaus oder Küche — die Bandbreite ist riesig, ebenso, was das Programm angeht. März nennt es „einfach bunt“. Vieles für Kinder ist dabei, allein die Grundschule Marienstraße ist mit 20 Lesungen dabei. „Die machen daraus ihr Schulfest, das finde ich super“, sagt Uwe Peter. Erstmals macht auch der neugegründete Kulturkindergarten an der Nordbahntrasse mit. Und nicht überall wird „nur“ gelesen, an diversen Orten wird der Vortragende auch musikalisch unterstützt.

März, der im Wuppertal Institut arbeitet und Mitglied im Verein „Unternehmer/innen für die Nordstadt“ ist, war früher eher Besucher, diesmal das erste Mal als Organisator dabei. „Es hat viel Spaß gemacht“, erzählt er. Zumal es etwas ganz anderes als seine normale Tätigkeit im Beruf gewesen wäre.

Kurz vor dem eigentlichen Anmeldeschluss habe er aber „ordentlich Panik bekommen“, lacht er. „60 Lesungen hatten wir da erst zusammen. Aber Uwe ist ganz ruhig geblieben.“ Sein Co-Organisator sieht es aus der Erfahrung her lockerer. „Die Wuppertaler sind immer etwas langsam“, schmunzelt er. Die Privatleute hätten sich meist pünktlich gemeldet. Einzelhandel und Gastronomie „aber erst auf den letzten Drücker“.

Während März am Sonntag „einfach mal so durch die Straßen schlendern will“, um an verschiedenen Orten reinhören möchte, hat Peter einen gern genommenen Pflichttermin. Sohn Theo Siebers liest aus „Der Postmeister“ von Alexander Sergejewitsch Puschkin. Und eine Lesung haben sich beide Organisatoren dick im Plan angestrichen: Udo Hösterey liest, musikalisch untermalt von Hardy Haschert, aus „Ich sing für die Verrückten“ von Hans-Dieter Hüsch. „Ein schöner Abschluss am Abend“, freut sich März.

Wie schon bei der Auflage vor zwei Jahren planen die Veranstalter im Anschluss, einen Kalender zu veröffentlichen. Dazu sind am Sonntag mehrere Fotografen im Einsatz.

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