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„Den Flüchtlingen muss geholfen werden“

„Den Flüchtlingen muss geholfen werden“

Am WZ-Mobil zeigten sich die meisten Wuppertaler hilfsbereit. Kritische Stimmen gab es nur wenige.

Vohwinkel. Mit neuen Übergangsheimen reagiert die Stadt auf die wachsende Zahl von Flüchtlingen. Allein in Vohwinkel wird es gleich zwei Einrichtungen dieser Art geben. Dazu gehört die ehemalige Grundschule Yorckstraße und ein Gebäude an der Edith-Stein Straße. Bis zu 160 Menschen aus Krisengebieten werden an beiden Standorten ab der kommenden Woche untergebracht. Mittlerweile hat sich ein breites Bündnis zur Unterstützung aus Bürgern, Vereinen, Politik und Verwaltung gebildet.

Foto: Friedhelm Reimann

Diese Hilfsbereitschaft zeigte sich auch beim WZ-Mobil am Lienhardplatz. Es gab allerdings auch kritische Stimmen. „Das Elend der Menschen ist groß, da müssen wir helfen“, sagt etwa Marion Noerpel. Sie selbst hat Syrien vor dem Bürgerkrieg bereist. „Es ist wirklich traurig, wie sich die Lage dort entwickelt hat“, erzählt sie. „Den Flüchtlingen muss geholfen werden“, findet auch Barbara Becher.

Ihr ist eine schnelle Integration der Menschen wichtig. „Dazu gehören besonders Deutschkurse“, sagt sie. Marianne Goldmann würde verfolgten Menschen auch selbst zur Seite stehen. „Sachspenden sind wichtig, aber es sollten auch verschiedene Aktivitäten organisiert werden“, lautet ihre Meinung. Die Vohwinkelerin wünscht sich außerdem eine Rückmeldung der ersten Veranstaltung zum Thema Flüchtlinge im Gemeindezentrum St. Mariä Emfpängnis. „Da haben wir uns in Listen eingetragen, aber bisher noch nichts gehört“, sagt Goldmann.

Karl Reus ist direkter Nachbar des Übergangsheims in der Edith-Stein Straße, wo in den 90er Jahren bereits Flüchtlinge untergebracht waren. „Damals gab es erhebliche Probleme mit Lärmbelästigungen“, erklärt er. Reus befürchtet diesbezüglich neue Probleme. Viel Mitgefühl für Asylbewerber bringt dagegen Gina Scholl auf: „Natürlich soll man diesen bedauernswerten Menschen helfen, bei allem, was die Furchtbares mitgemacht haben.“ Ähnlich sieht es Helga Rogge. „Ich finde das schon richtig, dass man diesen Menschen hilft.“

Gert Cramer (87), pensionierter Architekt, hält den Standort der Unterbringung in der Yorckstraße für absolut falsch: „Ich kann nicht glauben, dass in dieser früheren Schule eine menschenwürdige Unterbringung für mehr als hundert Flüchtlinge möglich ist“ betont er. Für Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann bleibt es auch angesichts des neuen Übergangsheims in der Grundschule bei der Solidarität für Flüchtlinge: „Eine Willkommenskultur hat nichts mit der Zahl zu tun.“,