Er führt durch Ronsdorfs Historie

Die Route 4 gehört zu den 13 Rundgängen durch Wuppertal. Johannes Beumann hat sie übernommen.

Ronsdorf. Viele Jahre führte Kurt Florian geschichtskundig durch den Stadtteil — bis er im vergangenen Jahr das Amt niederlegte (die WZ berichtete). Jetzt hat sich ein Nachfolger gefunden, der die Tradition der Rundgänge übernommen hat: Johannes Beumann hat bereits zwei Mal geschichtsinteressierten Teilnehmern über die „Route 4“ der 13 Wuppertaler Stadtteilrouten geführt.

„Auf den Spuren der Bandwirker und einer vorindustriellen Stadtgründung“ heißt der Rundgang, den einst Kurt Florian gemeinsam mit Günter Konrad entwickelte. Sie beteiligten sich als Vertreter des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins an der Geschichtswerkstatt unter dem Dach des Bergischen Geschichtsvereins.

Die Geschichtswerkstatt entwickelte zwischen 2002 und 2006 die insgesamt 13 Stadtteilrouten unter dem Motto „Fäden, Farben, Wasser, Dampf — das Industriezeitalter im Wuppertal“. Die NRW-Stiftung stellte die finanziellen Mittel für die Herstellung von Informationstafeln, Flyern und Broschüren bereit. Seitdem hatte Kurt Florian zweimal jährlich Führungen an den 14 Ronsdorfer Tafeln vorbei angeboten.

Die Entstehung der Routen geht auf die Anregung der damalige Kulturdezernentin Marlis Drevermann zurück, für die „Regionale 2006“ eine „Route der Textilkultur“ zu entwickeln. Noch vor Fertigstellung dieser Route bildete sich 2002 unter Federführung des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Wuppertal, eine weitere Arbeitsgruppe zum Thema „Das Industriezeitalter im Wuppertal“. Der Bergische Geschichtsverein kümmerte sich auch um Finanzierung und Beschaffung von Fördermitteln und übernahm die Koordination. Gemeinsam mit Reiner Rhefus vom Historischen Zentrum erarbeiteten viele Ehrenamtliche die 13 Routen die für die einzelnen Bezirke in Wuppertal. Die erarbeiteten Routen wurden dann in Broschüren mit Informationen zum Stadtteil abgedruckt. Dabei war damals auch Kurt Florian, der seine beruflichen Kompetenzen und als Vorsitzender des Ronsdorer Heimat- und Bürgervereins die Interessen der „Stadt der Bandwirker“ einbringen konnte. 2004 überarbeitete er die Ronsdorfer Route und ergänzte sie um weitere Objekte in Ronsdorf. Die Strecke ist er dann auch viele Jahre selbst gelaufen, um sie Interessierten zu zeigen.

Diese Aufgabe hat jetzt Johannes Beumann (38) übernommen, der schon seit Jahren Mitglied im Bergischen Geschichtsverein ist und unter anderem Reiner Rhefus bei der Erneuerung unleserlicher Tafeln unterstützt. Bis 2016 war er auch Schatzmeister im Bergischen Geschichtsverein, doch diese Amt hat er abgegeben, „weil ich keine Posten sammle“, wie er sagt. Er ist aber noch im Vorstand des Bürgervereins Sonnborn-Zoo-Varresbeck, zudem schlägt sein Herz noch für Cronenberg. Sein größtes Hobby ist aber die Geschichte. Jetzt übernimmt er auch die Aufgabe, die Geschichte Ronsdorfs anschaulich zu vermitteln. Red

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