Wo Kinder wie die Schmiede hämmern

Beim Ferientag im Waldpädagogischen Zentrum (WPZ) konnten sich junge Handwerker am Amboss ausprobieren.

Burgholz. Mit blauem Kittel, Schutzbrille, Schutzhandschuhen und Hammer in der Hand schlägt Jakob (10) auf den heißen Eisenstab ein. Irmen Krenzer gibt ihm Anweisungen: „Wir schlagen jetzt im Takt, du ein Schlag, ich ein Schlag!“ Langsam nimmt das Eisenstück Form an. Jetzt muss noch die Spitze präzisiert werden, damit der Walnussknacker auch als solcher benutzt werden kann. Beim Ferientag im Waldpädagogischen Zentrum Burgholz konnten Kinder zwischen 7 und 12 Jahren sich einmal selbst am Amboss ausprobieren.

Dazu haben Ehrengard und Irmen Krenzer vom Krenzer Hammer aus Ennepetal eine Esse, Werkzeug und die nötige Ausrüstung für einen Schmied mitgebracht. „Die Hammerköpfe sind von uns selbst gemacht“, sagte Ehrengard Krenzer. Ihr Mann fertige die in seiner historischen Werkzeugfabrik persönlich an. Am Donnerstag waren es aber vor allem Schlüsselanhänger, Walnussknacker und Kleiderhaken, die die Kinder mit Hilfe der beiden Schmiedinnen formen konnten. „Der Schmied und sein Helfer müssen sich absolut aufeinander abstimmen“, erklärte Ehrengard Krenzer, während sie mit einer der jüngeren Teilnehmerinnen einen Schlüsselanhänger in Schneckenform schmiedete. Dabei hielt das Mädchen das Eisen fest, während die Schmiedin es formte. Anschließend bekam das Eisen mit dem Meißel noch eine Verzierung verpasst, bevor es zischend in kaltem Wasser abkühlte. „Normalerweise lässt man es besser an der Luft abkühlen, dann behält das Eisen mehr Glanz. Aber jetzt haben wir die Zeit nicht dafür“, so Ehrengard Krenzer.

Ben (9) hat einen Kleiderhaken geschmiedet, den er sich an die Wand hängen möchte. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber als Beruf kann ich mir das nicht vorstellen. Ich möchte lieber Architekt werden“, sagte er. „Das ist nicht verkehrt, als Architekt auch mal selbst handwerklich gearbeitet zu haben“, antwortete Ehrengard Krenzer mit einem Augenzwinkern. Sie selbst fasziniere sehr am Schmieden, dass man aus einem verrosteten Eisenstab so viel Formen kann. „Und für Kinder ist es auch eine tolle Sache. Die spielen gerne mit Feuer. Hier wird es gezielt eingesetzt und sie lernen, Achtung vor dem Feuer zu haben“, sagte sie. Denn die sollte man durchaus haben: Das Feuer an der Esse ist rund 1000 Grad heiß. Und selbst wenn das Eisen nicht mehr glüht, ist es noch mindestens 300 Grad warm.

Während die einen Kinder schmiedeten, bot Waldpädagoge Dirk Wagenfür ein Begleitprogramm für die anderen an. Bei Bewegungsspielen, auf der Slackline oder beim Basteln eines Waldvorhangs konnten die Kinder sich sportlich und künstlerisch austoben. „Das ist eine Art Kompetenztraining, bei dem die motorische Kompetenz gefördert wird. Und die Kinder bekommen hier ein Gefühl für Naturmaterialien“, sagte Wagenfür. So stand das Schnitzen eines Holzstocks auf dem Programm, den die Teilnehmer dann für das Backen von Stockbrot am Lagerfeuer benutzen konnten. Das Schmieden habe ebenfalls einen starken Bezug zur Natur, schließlich werde Eisenerz auch aus der Erde gewonnen.