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Mit der Wasser-Sonde Millionen sparen

Mit der Wasser-Sonde Millionen sparen

Am Robert-Daum-Platz testen die Stadtwerke, wie sich mit Abwasser viel Geld sparen lässt. Das Pilotprojekt ist längst auch für andere Kommunen interessant.

Elberfeld. Mit neuer Technik wollen die Stadtwerke bei der Stadtentwässerung auf lange Sicht Geld sparen. Deshalb setzen die WSW am Robert-Daum-Platz mit der Dr.PecherAG aus Erkrath eine sogenannte Parametersonde ein. Sie misst die Trübung von Regen- und Bachwasser und steuert je nach Verschmutzungsgrad dessen Weiterleitung in die Wupper oder aber ins Klärwerk Buchenhofen.

Sollte der Testlauf unter Tage erfolgreich sein, könnte er bundesweit dazu beitragen, bei der Planung und beim Bau künftiger Entwässerungsanlagen viele Millionen Euro einzusparen - und dennoch die Auflagen der Behörden zu erfüllen.

Und so funktioniert das "elektronische Auge": In den Kanallauf des Briller Bachs - er ist wie viele andere Gewässer im Stadtgebiet verrohrt und wird unterirdisch geführt - wird eine Halterung montiert, in der die stabförmige Sonde ruht.

Sie misst die Trübung und damit die Verschmutzung des vorbeiströmenden Wassers und leitet die Daten an die Steuerung des Anschlussbauwerks am Wuppersammler weiter: Ist das Wasser sauber und damit unbedenklich, wird es in die Wupper weitergeleitet. Ist das Wasser verschmutzt und damit klärpflichtig, öffnet sich sofort ein Durchlass in den Wuppersammler, der das Regenwasser dem Klärwerk Buchenhofen zuführt.

"Mit dieser Technik eröffnen sich uns neue Möglichkeiten für künftige Anlagen dieser Art", sagt WSW-Abteilungsleiter Udo Lauersdorf, zuständig für die Planung der Stadtentwässerung. Möglich werde eine weitaus genauere Steuerung innerhalb der Anlage - im Sinne des Umweltschutzes sowie zur Einsparung von Betriebs- und Baukosten.

Bei gut 50 Prozent liegt - nach ersten, vorsichtigen Schätzungen - das Einsparpotenzial. "Und das geht schnell in die Millionen", sagt Helmut Grüning, Geschäftsbereichsleiter bei der Dr. Pecher AG hinzu. Die Wassersonde kostet gut 20000 Euro. Und schon jetzt stößt der Wuppertaler Testlauf offenbar auf großes Interesse bei Fachpresse und anderen Städten, die ebenso nach Wegen suchen, bei der Entwässerung Geld zu sparen.

Die Daten der Sonde werden online übermittelt und können im Prinzip überall bei den WSW abgerufen werden. Damit das elektronische Auge unter Tage immer freie Sicht hat, hat es eine Druckluftdüse, die bei Bedarf Schmutz unter Hochdruck entfernt. Nebeneffekt: Durch ihren Datenstrom lassen sich Fehleinleitungen in den Regenwasserkanal künftig besser lokalisieren und beseitigen.