Straffes Sparprogramm bei der Gemeinde Unterbarmen

Straffes Sparprogramm bei der Gemeinde Unterbarmen

Bis 2014 soll die Kita an der Annabergstraße geschlossen werden. Das Haus Hesselnberg und das Zentrum Christuskirche werden aufgegeben.

Unterbarmen. Bei einer Gemeindeversammlung am Wochenende hat die Evangelische Kirchengemeinde Unterbarmen ein straffes Sparprogramm vorgestellt. Dazu gehört unter anderem die Aufgabe des Gemeindehauses Hesselnberg und des Gemeindezentrums Christuskirche. Auch die Kindertagesstätte an der Annabergstraße soll geschlossen werden. Zuvor hatte das Presbyterium ein Konzept beschlossen, das trotz des Haushaltsdefizites die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde sichern sollte. Im Jahre 2010 hatte die Gemeinde ein Minus von 270.000 Euro gemacht.

Mit auslaufenden Arbeitsverträgen sollen die Aufgaben — wie beispielsweise die Arbeit des Küsters — neu aufgeteilt werden. Kündigungen konnten vermieden werden. Geht der Küster an der Hauptkirche in den Ruhestand, müssen seine Aufgaben von dem vorhandenen Personal gestemmt werden. Bestimmte Dienste werden an Fremdfirmen vergeben. „Wir setzen hier auch verstärkt auf ehrenamtliche Hilfe“, sagt Pfarrer Dieter Albat.

In der Kirchenmusik wird in Kooperation mit dem Theologischen Zentrum eine A-Musiker-Stelle eingerichtet, die zu 50 Prozent der Gemeinde zugute kommt. Bisher hatte es eine volle Stelle gegeben.

Die Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit sollen allerdings verstärkt statt gekürzt werden: „In diesem Bereich gehören wir schon zu den Gemeinden ohne Vollzeitkräfte, da wollen wir nicht weiter kürzen“, sagt Albat. Mit Hilfe von Ehrenamtlichen, die zu Jugendleitern ausgebildet werden, soll es weiterhin Gruppenangebote geben.

Die Unterbarmer Hauptkirche und das Gemeindezentrum Martin-Luther-Straße sind langfristig gesichert. Ein Gemeindebüro mit geregelten Öffnungszeiten wird im Gemeindehaus Martin-Luther-Straße eingerichtet. Das Gemeindehaus Hesselnberg und das Gemeindezentrum Christuskirche werden aufgegeben. An der Christuskirche laufen die Verträge mit Diakonie und Jugendkirche und BSD Ende des Jahres aus. „Wir sind offen für alle Ideen“, sagt Albat. „Fest steht aber, dass die Kosten zu hoch sind, um das Gebäude in Gemeindebesitz zu behalten.“ Ähnlich sieht es am Hesselnberg aus, wobei es dort noch keinen festen Termin gibt.

Von den drei gemeindeeigenen Kindertagesstätten wird der Standort Annabergstraße aufgeben. Die dreigruppige Einrichtung soll sukzessive bis 2014 geschlossen werden. „Ein Ausbau für die U-3-Betreuung war aus baulicher Sicht wie aufgrund des Außengeländes nicht möglich“, erklärt der Pfarrer. Auch deshalb sei die Kita für die Gemeinde auf Dauer nicht länger zu finanzieren.

Die Entscheidungen seien sehr schmerzhaft gewesen und die Betroffenheit bei der Gemeinde groß, so Albat. „Ich wünsche mir, dass das nicht zur Lähmung führt und dass es weiter Menschen gibt, die sich trotz erschwerter Bedingungen engagieren.“

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