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Pfadfinder locken Stubenhocker per Traktor und Bauwagen ins Freie

Pfadfinder locken Stubenhocker per Traktor und Bauwagen ins Freie

Die „Royal Ranger“ bringen die Fahrzeuge derzeit auf Vordermann. Die Pfadfinder hoffen, dass sie in zwei Monaten fahrbereit sind.

Langerfeld. An einem ganz besonderen Projekt arbeiten momentan die Pfadfinder „Royal Ranger“ der Christus Gemeinde in Langerfeld. Sie wollen mit einem Traktor, der einen Bauwagen zieht, durch den Stadtteil fahren und Spielplätze ansteuern. „Wir wollen die Kinder von Spielekonsolen, Computern und Fernsehern weglocken und mit ihnen gemeinsam draußen spielen“, erzählt Ruth Homberg, die die Kinderkirche der Christus Gemeinde leitet.

Der knatternde Traktor und der bunte Bauwagen sollen die Kinder anziehen. Bis es jedoch so weit ist, muss der Traktor noch repariert werden. Dieser befindet sich in einer leerstehenden Halle neben der Kirche. Dort arbeitet und bastelt ein 15-köpfiges Team an der Landmaschine. Auf den ersten Blick sieht das Gefährt recht ordentlich aus, doch auf die Pfadfinder wartet noch eine Menge Arbeit. „Bis der Traktor verkehrstauglich ist, dauert es sicherlich noch zwei Monate“, erklärt Benjamin Fraaß, Kopf der Traktoraktion. Gemeinsam mit Almut Lomberg, Stammwart der Pfadfinder, haben sie das Projekt ins Leben gerufen.

„Die Idee existierte schon seit mehreren Jahren und wurde immer als Hirngespinst abgestempelt“, erzählt er. Im September 2012 nahm der Plan mehr und mehr Gestalt an, und im Februar kaufte die Gemeinde schließlich den Traktor, der aus dem Jahre 1957 stammt. Seitdem arbeiten die Pfadfinder und das Team aus ehrenamtlichen Helfern an der Maschine. „Die Reparatur läuft provisorisch ab, da wir komplett auf Spenden angewiesen sind“, erklärt Benjamin Fraaß. Die Kosten für die Reparatur belaufen sich aktuell auf 1300 Euro. Aber nicht nur das Geld ist knapp, auch tatkräftige Helfer werden noch gesucht. „Wir suchen ebenfalls Leute, die sich mit Traktoren auskennen oder einfach mithelfen wollen. Jede Unterstützung ist uns willkommen“, sagt er.

Der Traktor benötigt noch neue Bremsbeläge und eine Komplettlackierung. Um den Traktor als Oldtimer anmelden zu können, muss er in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden. Nur so erhält er ein „Historisches Kennzeichen“, das das Fahren ohne Umweltplakette erlaubt. „Eine offizielle Erlaubnis der Behörden benötigen wir ebenfalls. Aber die Stadt war sehr offen gegenüber unserem Projekt“, sagt Ruth Homberg.

Wenn der Traktor verkehrstüchtig ist, sollen die Fahrten zukünftig am Wochenende stattfinden. Denn dann gibt es kaum Freizeitangebote für Kinder. Ganzjährig wollen die Pfadfinder und Helfer mit dem Traktor durch Langerfeld fahren. Im Winter bietet der Bauwagen Schutz. „Wir wollen für die Kinder da sein, ihnen Lebensraum schenken und eine Anlaufstelle sein“, betont Ruth Homberg.