Wichlinghausen: Die Freifunker weiten ihr Angebot aus

Wichlinghausen : Die Freifunker weiten ihr Angebot aus

Der Verein sucht noch weitere Standorte für Router in Oberbarmen. Freiwillige brauchen nicht einmal einen Internetanschluss.

Wichlinghausen. Mittlerweile haben die Freifunker die Marke von 400 Routern auf Wuppertaler Stadtgebiet geknackt. Nur in Oberbarmen, speziell im Bereich Wichlinghausen, sieht Ralf Glörfeld von den Freifunkern noch Nachholbedarf. „Da gibt es noch Lücken in der Abdeckung“, sagt er. Erklärtes Ziel sei es, auf allen prominenten Plätzen und in den Fußgängerzonen freies W-Lan anbieten zu können. „Uns fehlen noch Router entlang der B7 und im Bereich Wichlinghauser Markt“, sagt Glörfeld.

Nun trommeln die Freifunker in Kooperation mit dem Quartiersbüro für ihre Sache. Auch Händler sind angesprochen, für die das freie WLan-Angebot vielleicht ein weiterer Kundenanreiz sein kann. „Wir haben noch 30 bis 40 Endgeräte, uns fehlen nur die Standorte“, so der Freifunker.

Da die mit entsprechender Software bespielten Router in vielen Fällen nur Knotenpunkte sind, die die Signale transportieren, benötigen Freiwillige, die sich an dem Kommunikationsnetzwerk beteiligen wollen, noch nicht einmal zwingend einen Internetanschluss. „Uns reicht ein Standort mit Strom“, sagt Glörfeld. Nur zehn Prozent der Wuppertaler Router seien überhaupt mit dem Internet verbunden. Freifunk — das ist ein engmaschiges Netzwerk und funktioniert umso besser, desto mehr Menschen mitmachen.

Es bestehe auch technisch die Möglichkeit, nur einen Teil der eigenen Bandbreite für die öffentliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. Das ist sinnvoll, denn wer sein komplettes Volumen öffentlich macht, wird in der privaten Nutzung einen deutlichen Abfall der Surfgeschwindigkeit bemerken. „Ich persönlich habe zehn von meinen 50 Mbit/s zur Verfügung gestellt. Davon merke ich gar nichts“, sagt Rald Glörfeld, selbst Knotenpunkt im freien Netz.

Übrigens: Ein Router muss nicht immer in einem Gebäude stehen. Der Verein plant in Zukunft entlang der B7 die Straßenlaternen mit fünf bis acht Routern auszurüsten, die ganz dezent in Farbe der Laternen gehalten werden sollen, damit das Gimmick nicht besonders ins Auge fällt. Die Geräte sind für den Betrieb unter freiem Himmel ausgelegt und halten Regen ohne Probleme stand.

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