40 Winzig-Dollar für junge Familien in Wichlinghausen

40 Winzig-Dollar für junge Familien in Wichlinghausen

Die Hans W. Winzig Stiftung unterstützt werdende Eltern im Quartier 61 mit Informationen und finanzieller Hilfe.

Wichlinghausen. Der Winzig-Dollar - das ist nicht etwa eine besonders kleine Ausgabe der amerikanischen Währung. Stattdessen sind die Scheine mit dem Babymotiv Teil eines umfangreichen Pilotprojekts für werdende Eltern in Wichlinghausen-Süd.

Hilfsangebote für unsichere Eltern gibt es viele - aber wer bietet überhaupt Kurse an? Und was ist für mich das Richtige? Um das bestehende Angebot übersichtlicher zu gestalten, hat die Hans W. Winzig Stiftung das Projekt "Winzig-Dollar für Wichlinghausen-Süd" ins Leben gerufen. Schwangere Frauen aus dem Stadtteil erhalten bei Vorlage ihres Mutterpasses ein Informationsheft mit stadtteilnahen Angeboten zur Geburtsvorbereitung - und dazu gibt es 40 Winzig-Dollar, um die Kurse anteilig zu bezahlen. Bei der Geburt und zum ersten Geburtstag folgen dann weitere Angebote und Winzig-Dollar.

Ob Säuglingspflegekurs, individuelle Beratungsgespräche oder Väterstammtisch - möglich wurde das breit gefächerte Angebot nur durch eine Kooperation mit acht sozialen Trägern, etwa der Diakonie und der Caritas. Diese können die Winzig-Dollar bei der Stiftung wieder in Bares umtauschen.

"Wir wollen eine stützende Hand für die Eltern sein", erklärt Rüdiger Theis, Gründer und Vorstand der Hans W. Winzig Stiftung, seine Motivation. Annette Bogner von der Diakonie Wuppertal betont: "Das Projekt bietet passgenaue Hilfe, ohne zu stigmatisieren."

Auch die Stadt ist mit Boot: Sie hat sich an der Planung aktiv beteiligt und sitzt auch im Projektbeirat. Sozialdezernent Stefan Kühn weist auf den präventiven Charakter des Projekts hin: "Die allererste Phase eines Lebens ist essenziell für den weiteren Lebensweg."

Noch ein weiterer Partner unterstützt das Projekt: Der Stadtteiltreff "Offenes Ohr" in der Wichlinghauser Straße 74-76 dient jeden Donnerstag als Anlaufstelle für Eltern, die die Winzig-Dollar erhalten möchten. Dort wird das jeweilige Guthaben auf einem Konto dann auch verwaltet.

Theis rechnet mit 100.000 bis 200.000 Euro Fördervolumen, das die Stiftung allein bestreiten muss. Deswegen ist das Projekt auch zeitlich und räumlich stark eingegrenzt: Gefördert werden nur Eltern, die im Quartier 61 (Wichlinghausen-Süd) leben und deren Kind in den nächsten zwei Jahren auf die Welt kommt - insgesamt werden das geschätzte 200 Geburten sein. Ob das Projekt danach weitergeführt wird, vielleicht sogar in ganz Wuppertal, muss sich laut Theis erst zeigen - er hofft auf Spenden und bürgerschaftliches Engagement. Langfristig strebt er aber auch eine Förderung durch die Stadt an.

Mehr von Westdeutsche Zeitung