Anwohner kämpfen um den Laaker Teich

Anwohner kämpfen um den Laaker Teich

Bei der Bürgerdiskussion zum neuen Bebauungsplan gibt es viele kritische Stimmen.

Laaken. Eigentlich wollte Wolfram Röhrig vom Ressort Bauen und Wohnen der Stadt Wuppertal bei der Bürgerdiskussion in der vergangenen Woche in erster Linie den neuen Bebauungsplan rund um den Laaker Teich und das angrenzende Wohngebiet vorstellen. Er hatte seinen Vortrag kaum begonnen, als die Laakener ihrem Unmut schon freien Lauf ließen. Die Stimmung in dem kleinen Gemeindezentrum in Laaken war mehr als aufgeheizt.

Aber worum geht es eigentlich in dieser Diskussion? Nachdem ein Catering-Betrieb bei der Stadt Wuppertal einen Bauantrag für eine Fläche am Rande des vorhandenen Wohngebiets gestellt hatte, wollte die Stadt — auch durch den Protest der Laakener Bürger — den bisher bestehenden Bebauungsplan durch einen neuen ersetzen, um gewerbliche Nutzungen innerhalb des Wohngebiets auszuschließen.

Darüber hinaus gehört die Fläche westlich des Wohngebietes, einschließlich des Laaker Teichs der Firma Vorwerk. Der alte Bebauungsplan ermöglicht es Vorwerk, dieses Gebiet als Industriefläche zu nutzen. Laut neuem Bebauungsplan soll das nun auf eine gewerbliche Nutzung reduziert werden.

Im Zuge dieser Neuerungen soll der Laaker Teich auf eine deutlich kleinere Fläche westlich des Wohngebietes als temporäres Gewässer zurückgebaut werden. Dafür spricht, laut Monika Schumann von der unteren Wasserbehörde, dass der Teich, inklusive seiner Zu- und Abläufe, marode sei. Ein offener Zulauf des Marscheider Bachs in die Wupper hat in den letzten Jahren einen Abzweig zum Laaker Teich gebildet, wodurch der Zulauf zur Wupper beeinträchtigt wird. Weil solche offenen Zuläufe zur Wupper ausgesprochen selten geworden sind, steht dieser unter dem Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und soll somit wiederhergestellt werden.

Für den Laaker Teich würde das einen enormen Wasserverlust bedeuten. Dieser Umstand und die mit dem neuen Bebauungsplan einhergehende Verkleinerung des Teichs hätte über kurz oder lang vermutlich die endgültige Austrocknung des Teichs zur Folge.

„Dieser Teich ist ein Idyll, wie es in Wuppertal nur noch wenige gibt“, sagte Ernst Benecke, 1. Vorsitzende des Bürgervereins Laaken-Eschensiepen, und spricht damit den knapp 100 Anwesenden der Bürgerdiskussion aus der Seele. Die Bevölkerung in Laaken lege Wert darauf, dass der Teich in seiner jetzigen Form erhalten bleibe. Er stellte einen Sammelpunkt für unterschiedliche Fisch-, Vogel- und Amphibienarten dar. Mit dem Umbau drohe diese Artenvielfalt zu verschwinden.

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