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Stadt Wuppertal kontrolliert Leinenpflicht: Hundehaltern droht Strafe

Verein hatte sich beschwert : Stadt Wuppertal kontrolliert Leinenpflicht - Hundehaltern droht Strafe

Nachdem ein Wuppertaler Verein um Hilfe bei der Kontrolle gebeten hatte, werden Hundehalter künftig kontrolliert. Bei einem Verstoß gegen die Leinenpflicht drohen Strafen.

Ab sofort kontrolliert die Stadt, ob die Leinenpflicht für Hunde in den Barmer Anlagen eingehalten wird. Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KO) werden sporadisch in der Parkanlage auf Streife gehen, Hundehalter ansprechen und auch Strafen verhängen dürfen. „Wir werden in Uniform, aber auch in zivil unterwegs sein“, erklärte Bettina Wehrmann am Dienstag bei der Premiere. Die Barmer Anlagen sind zwar Privatbesitz des Barmer Verschönerungsvereins (BVV), aber öffentlich zugänglich. Deshalb greift das Landeshundegesetz — und damit die Leinenpflicht.

Deren Einhaltung sei in der Vergangenheit aber schwierig durchzusetzen gewesen, sagt Michaela Dereschewitz, Geschäftsführerin des BVV. Allein sahen sich Dereschewitz und die zwei Vereinsgärtner nicht mehr in der Lage dazu. Vor allem im unteren Bereich, in der Nähe des Eingangs Ottostraße und der Unteren Lichtenplatzer Straße, wo sich auch die Geschäftsstelle des BVV befindet, gab es Probleme. Der Großteil der Hundehalter sei einsichtig, betont die Geschäftsführerin, aber leider gebe es immer wieder schwarze Schafe. Und es seien oft die gleichen.

Insgesamt umfassen die Anlagen gut 100 Hektar. Ein Drittel ist als Park ausgewiesen, der Rest als Wald. Auf den Parkflächen gilt die Leinenpflicht. Doch dass sich nicht alle dran halten, wird schon beim ersten Kontrollgang von Wehrmann und ihren Kollegen Thomas Hoppe und Dominik Kaiser deutlich: Auf einem der Wege kommt dem Trio direkt ein freilaufender Hund entgegen. Die junge Besitzerin ist einsichtig. Mit einer netten Ansprache und dem Versprechen, ihren Hund ab jetzt immer anzuleinen, kommt sie davon. „Meistens hilft ein Gespräch“, sagt Hoppe. Diese Erfahrung machen er und seine Kollegen eigentlich überall, auch wenn sie immer wieder vermeintliche Argumente von Haltern wie „Das ist doch mein Recht, ich zahle Hundesteuer“ oder „Meiner ist ganz lieb“ entkräften müssen. Hoppe & Co. setzen auf den Lerneffekt, betonen aber: Setzt der nicht ein, bleibt es nicht mehr bloß bei einer Verwarnung. Ein Verstoß kann mehr als 50 Euro kosten. Ohne Tüte für die tierischen Hinterlassenschaften unterwegs zu sein, schlägt mit zehn Euro zu Buche. Und wer in flagranti erwischt wird, wenn sein Hund einen Haufen auf oder am Weg oder auf den Wiesen legt, wird unter Umständen mit mehr als 50 Euro zur Kasse gebeten.

Verschönerungsverein ist froh über die Unterstützung

Sporadisch, also nicht täglich, wird nun der Ordnungsdienst seine Augen offenhalten. Ein Trio in Uniform macht schon Eindruck, dass merkt man auch den Hundehaltern — von denen übrigens der Rest seinen Fiffi ganz brav an der Leine führte — an. „Aber“, kündigt Hoppe noch einmal an, „wir kommen auch in zivil.“

Dereschewitz ist froh über die Unterstützung. Die Konflikte hätten zugenommen. Sie berichtet zum Beispiel von Grundschulklassen, die ihren Unterricht im Sommer auf die Wiesen verlegt hätten — und von freilaufenden Hunden gestört wurden. Von den „Tretminen“ ganz zu schweigen.

„Ich habe dafür vollstes Verständnis“, sagt Hundehalterin Talu Senyüz zur Überwachung der Leinenpflicht. Sie wohnt in der Nachbarschaft und kommt seit Jahren mit ihrem Malteser Benny zum Gassi-Gehen in die Anlagen. „Natürlich mit Leine.“ Dass andere Besitzer nicht so handeln, kann Senyüz nicht verstehen. „Es gibt doch genug Freilaufflächen in Wuppertal.“ Doch nicht alle Hundebesitzer sind auf dieser Linie. Eine ältere Dame muss sich erst überreden lassen, ihren Hund an die Leine zu nehmen. Die Entschuldigung „Ich habe meine vergessen“ kann Dereschewitz nicht gelten lassen. Am Ende muss Senyüz mit einer Ersatzleine aushelfen.