Passantenzahlen: Elberfeld und Barmen nicht im Gleichschritt

Wuppertal : Passantenzahlen in Elberfeld und Barmen sind rückläufig

Analyse Ausschuss legt Zahlen der verschiedenen Messstandorte vor. Sie zeigen, dass sich die Ströme über die Jahre verändert haben.

Die Passantenzahlen in Elberfeld sind seit Jahren konstant — die Ströme verteilen sich nur anders. Größere Schwankungen bei den Gesamtzahlen gibt es hingegen in der Barmer Innenstadt. Das zeigen die Auswertungen der Frequenzen, die der Unabhängige Gutachterausschuss in Wuppertal in diesem Herbst vorgelegt hat. Seit 1992 wird gezählt, wie die Ausschussvorsitzende Ricarda Baltz erklärt, seit 2005 praktisch jährlich. Und zwar immer in einer Woche im September, möglichst ohne direkten Ferienanschluss und große Veranstaltungen in den Innenstädten. „Es soll möglichst repräsentativ sein“, erläutert Baltz.

Gezählt wurde in diesem Jahr vom 21. bis 27. September, und zwar samstags, dienstags, zweimal am Donnerstag und noch einmal am Freitag, und zwar parallel in Elberfeld (44 Standorte) und Barmen (17 Standorte) an. Wettermäßig sei es eine typische Woche gewesen, so Baltz, also vergleichbar mit den Vorjahren.

Im Gesamtergebnis ist festzuhalten, dass in beiden Zentren die Zahlen rückläufig gegenüber 2018 waren. So kommt der Ausschuss für Elberfeld für alle Zählstandorte zusammengerechnet auf eine pro Stunde hochgerechnete mittlere Passantenfrequenz von 42 000. 2018 waren es noch 46 000. In Barmen fiel die Zahl von 12 000 auf etwa 11 500.

Das sind die niedrigsten Werte der vergangenen Jahre. Vergleicht man allerdings eine längere Zeitspanne liegt das Ergebnis für Elberfeld im Rahmen. Zwischen 2015 und 2019 gab es mehrere Sprünge, die Spanne beträgt aber nur elf Prozent zum Höchstwert. Zusammengefasst könnte man sagen, die Leute laufen nur „anders“ durch die Innenstadt: An praktisch allen Messstandorten sind Schwankungen im Laufe der Jahre zu beobachten, was zum Beispiel auch mit Baustellen in bestimmten Bereichen zusammenhängen kann.

Echte Ausreißer sind in Elberfeld selten und lassen sich auch nicht immer erklären. Die Kirchstraße zum Beispiel hatte im vergangenen Jahr einen absoluten Höchstwert zu verzeichnen. Eine Vermutung: Das Café Cosa hatte zu diesem Zeitpunkt sein Übergangsquartier in der Nähe bezogen und sorgte für einen — bei Anwohnern und Geschäftsleuten nicht unbedingt gern gesehenen — neuen Publikumsverkehr. Wobei dagegen sprechen würde, dass die Calvinstraße 2018 zwar auch auf einen hohen Wert kam, der aber niedriger lag als der für 2017.

Den Höchstwert verzeichnete 2019 wie in den Vorjahren der Bereich Alte Freiheit Nord mit mehr als 4000 Passanten im Schnitt pro Stunde. Auch die anderen Messstellen im Bereich Richtung Hauptbahnhof liegen vorn.

Deutlicher waren im Laufe der vergangenen Jahre die Schwankungen allerdings in Barmen mit 23 Prozent zwischen dem Höchst- (15 000) und dem Tiefstwert (11 500). Ein absoluter Quotenbringer ist in Barmen der Wochenmarkt am Rathaus, wie die Zahlen zeigen: Am Samstag verzeichnet der Bereich den absoluten Höchstwert in der Barmer Innenstadt. Auch interessant: Der beste Tag für den Alten Markt ist der Freitag.

Was aber auch auffällig ist: Im Vergleich der 61 Messstellen liegt Elberfeld für 2019 deutlich vor Barmen. Alte Freiheit Nord (Mittelwert 4154 Passanten pro Stunde), Süd (3497) und Geschäftsbrücke (2966) machen die Top drei aus. Dann folgen weitere acht Standorte in Elberfeld, ehe auf Platz zwölf mit Werth/Rathaus (1668) der erste Barmer auftaucht. Und: Im Ranking sind die Verlierer gegenüber 2018 eindeutig in der Überzahl. Einzig am Messpunkt Alte Freiheit Geschäftsbrücke ist die Zahl gestiegen.

Wehmütig dürften viele Geschäftsleute aber auf die 2000er Jahre zurückblicken. Zwischen 2005 und 2010 wurde zum Beispiel an der Alten Freiheit Nord regelmäßig die 4500er-Marke geknackt — und der Barmer Werth kratzte sogar an der 3000er-Marke.