Bauhaus-Ausstellung: Die Wuppertaler Designlehre

Bauhaus-Ausstellung : Die Wuppertaler Designlehre

„Bauhausfolgen“ sind bis März 2020 im Kolkmannhaus zu sehen.

Unter dem Titel „Bauhausfolgen – Design-Lehre in Wuppertal 1919 – 1949 – 2019“ hat das Institut für angewandte Kunst- und Bildwissenschaften der Bergischen Universität eine interessante und vielschichtige Ausstellung auf die Beine gestellt. Es geht um die Bedeutung des Bauhauses für die gestalterische Ausbildung im Tal. Im 100-jährigen Bauhaus-Jubiläumsjahr jährt sich auch die Neuformierung der Werkskunstschule Wuppertal, die Jupp Ernst vor 70 Jahren im Sinne des historischen Vorbilds ausrichtete.

Vor gut gefüllten Reihen übernahmen zur Vernissage Prof. Dr.-Ing. Anke Kahl, Prorektorin der Bergischen Uni, und Prof. Dr. Ulrich Heinen, Leiter des Instituts für angewandte Kunst- und Bildwissenschaften, die Begrüßungsreden. Kurator Dr. Thomas Schriefers führte das Publikum gedanklich durch die Ausstellung und Martin Topel, Professor für Investitions- und Systemdesign, stellte das heutige Ausbildungskonzept der Schule vor, das sich noch immer den Werten des Bauhauses verpflichtet sieht.

Präsentiert werden mehr als 100 Exponate, vom Plakat bis hin zu Möbeln und Metallkonstruktionen. Hauptfokus liegt auf der Arbeit des Gründungsdirektors Jupp Ernst, dessen Ziel die Einrichtung einer Klasse für Industrieform war, sowie eine Grundlehre-Abteilung, die von Werner Schriefers betreut wurde. Mitten im kriegszerstörten Wuppertal begann er den Aufbau der Werkschule. „Er entwickelte eine Vision“, beschrieb es Heinen. Die Nähe zum Handwerk und die Ausbildung, die mit dem rasanten Aufschwung der Wirtschaft Schritt halten wollte, zog viele Studenten an.

Besonders spannend ist die Wechselwirkung zwischen Grundlehre, Kommunikations- und Industriedesign. Die interdisziplinäre Arbeitsweise und damit verbundene Dynamik ist bis in die heutige Lehre spürbar, wie Exponate aus dem aktuellen Studiengang zeigen. Die Orientierung auf den Menschen und das ganzheitliche Denken war im Lernprogramm von 1956 verankert und gilt bis heute.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 27. März (geschlossen vom 23. Dezember bis 6. Januar), mittwochs bis freitags, 14 bis 19 Uhr im Kolkmannhaus, Hofaue 51-55.