Maßnahme gegen Fahrverbote: WSW rüsten 70 Dieselbusse um

Umweltschutz : WSW rüsten 70 Dieselbusse um

Die Busse werden auf Euro-6-Norm umgestellt. Ab April oder Mai sollen zudem Wasserstoffwagen fahren.

Die Stadtwerke wollen mit der Nachrüstung von 70 Bussen von der Euro-5 auf die Euro-6-Norm bis Ende 2019 einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in Wuppertal leisten. Im Dezember hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vier weitere Klagen gegen das Land NRW eingereicht, weil die Stickstoffdioxidgrenzwerte nicht eingehalten werden. Betroffen sind neben Wuppertal die Städte Bielefeld, Hagen und Oberhausen. Fahrverbote, so die Umwelthilfe, könnten nur abgewendet werden, wenn Pläne vorgelegt werden, mit denen die Einhaltung der Grenzwerte glaubwürdig erreicht werden könne.

Mit ihrer Busflotte, die rund 300 Busse umfasst, sind die WSW Teil der Lösung aber auch Teil des Problems. Im Sinne der Umwelt ist es wünschenswert, dass möglichst viele Menschen auf Busse und Bahnen umsteigen. Die Diesel-Busse tragen mit ihren Abgasen aber auch dazu bei, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte zum Beispiel an der Gathe permanent überschritten werden.

„76 der 300 Busse erfüllen bereits die Abgasnorm 6, bis Ende des Jahres werden weitere 70 mit den entsprechenden Filtern ausgestattet werden“, sagt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer von WSW mobil. Pro Filtereinbau rechnen die WSW mit Kosten von 25 000 Euro und einer Dauer von zwei bis drei Tagen. Die Kosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro, wovon ein großer Teil vom Bund übernommen wird. Der Eigenanteil der WSW beläuft sich auf 340 000 Euro, die zusätzliche Landesmittel beantragt haben, um weitere Busse in das Programm aufzunehmen.

„Welcher Bus umgerüstet werden kann, ist zunächst einmal eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Bei einem Bus, der noch eine Laufzeit von acht Jahren hat, lohnt sich der Aufwand mehr als bei einem älteren Bus. Außerdem achten wir darauf, dass die Euro-6-Busse am Döppersberg oder auf der Gathe eingesetzt werden, wo die Luftbelastung verhältnismäßig hoch ist“, sagt Ulrich Jaeger.

Oberbürgermeister Andreas Mucke begrüßt die Bemühungen der Stadtwerke, umweltverträglichere Busse auf die Straßen zu bringen. Mucke hatte sich mehrfach gegen Fahrverbote in Wuppertal ausgesprochen. Im Sommer könnte es aber dazu kommen, wenn sich die Deutsche Umwelthilfe mit ihrer Klage gegen das Land NRW durchsetzt.

Bis dahin müssen Stadt und Bezirksregierung Gegenargumente liefern. Neben den mit speziellen Filtern ausgestatteten Dieselbussen könnten das auch die ersten mit Wasserstoff betriebenen WSW-Busse sein.

Jaeger geht davon aus, dass die ersten Wasserstoff-Busse ab April/Mai im Einsatz sein werden. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AGW), Tochterunternehmen des WSW-Konzerns, will in der Müllverbrennungsanlage auf Kozert Wasserstoff produzieren und dort eine Tankstelle für Wasserstoffbusse einrichten.

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