WSV wacht noch rechtzeitig auf

WSV wacht noch rechtzeitig auf

Beim Tabellenletzten Westfalia Rhynern siegen die Wuppertaler nach Rückstand und drei Treffern binnen vier Minuten mit 3:1.

Der Mai ist gekommen und endlich auch das Fußball-Regionalliga-Spiel des Wuppertaler SV gegen Westfalia Rhynern. Drei Monate nach dem eigentlichen Spieltermin trafen sich beide Teams am Mittwochabend in der Hammer Evora-Arena. Zumindest für den WSV hat sich das lange Warten auf die Winter-Altlast gelohnt. Die Wuppertaler besiegten den Tabellenletzten und seit Samstag bereits als Absteiger feststehenden SV Westfalia Rhynern dank einer Steigerung nach der Pause mit 3:1 und schoben sich wieder auf Tabellenplatz sechs vor. Wenn der WSV am Samstag bei Tabellenführer KFC Uerdingen möglicherweise zum Zünglein an der Waage im Aufstiegskampf werden will, muss er sich allerdings weiter steigern.

Foto: Kurt Keil

Die Wuppertaler Ultras feierten vor der Partie erst einmal den frisch gebackenen Schweizer Meister Young Boys Bern, mit dem es eine Fanfreundschaft gibt. Gerade rechtzeitig hatten sie dann ihre rot-blauen Fahnen hervorgeholt, um sie nach der ersten guten WSV-Chance zu schwenken. Sascha Schünemann hatte auf den zentral durchstürmenden Marco Cirillo gechipt, der aber mit seinem Heber am herausgeeilten Maximilian Eul scheiterte. Cirillo war genauso in der Startformation wie Innenverteidiger Michael Blum, für den Kevin Pytlik diesmal auf der Bank saß. Gar nicht auf dem Spielberichtsbogen stand Kapitän Gaetano Manno, der nach seinem ersten Kurzeinsatz gegen Wiedenbrück leichte Probleme im gerade auskurierten Oberschenkel verspürt hatte und vor dem Highlight in Uerdingen die sichere Variante Tribüne wählte.

Sicher war dann auch das Stichwort für die erste Hälfte. Der WSV war zunächst spielbestimmend, ließ aber meist Tempo und Präzision vermissen. Für Rhynern war es das fünfte Spiel im ungeliebten Stadion des Ortsrivalen Hammer SpVg, in das er ausweichen muss, wenn Gegner mutmaßlich so viele Anhänger mitbringen, dass eine Fantrennung nötig ist. Bisher hatte es dort noch keinen Punkt für die Gastgeber gegeben. Die hatten nach einer knappen halben Stunde ihre beste Chance, als Pascal Beilfuß von der Strafraumgrenze flach abzog und Sebastian Wickel den Ball gerade noch um den Pfosten lenken konnte. Ein toller Drehschuss von Lennard Kleine, der nur ganz knapp am Pfosten vorbeistrich, war dann endgültig der Weckruf für den WSV. Fast im Gegenzug kam Torjäger Christopher Kramer zu seiner bis dahin einzigen Chance. Nach schönem Flankenlauf von Silvio Pagano scheiterte er aus kurzer Distanz an Eul.

Nach 54 Minuten brachte WSV-Trainer Christian Britscho, dann den wiedergenesenen Dowidat Dowidat für Heidemann, um im Mittelfeld neue Impulse zu setzen. Das schien auch zu gelingen, doch erst einmal fingen sich die Gäste ein Gegentor — und wieder mal nach einem Standard. Rhynerns Innenverteidiger Tim Neumann nickte eine Ecke aus zehn Metern in die Maschen. Ebenfalls eine Ecke führte dann zehn Minuten später zum Ausgleich, durch Gino Windmüller, der aus sechs Metern einköpfen konnte. Nur zwei Minuten später zwang Silvio Pagano mit einer scharfen Hereingabe Rhynerns Verteidiger Michael Wiese zum Eigentor. Wieder eine Minute später nutzt Kramer ein Missverständnis in Rhynerns Deckung zu seinem 17. Saisontreffer, ist damit allein Führender in der Liga-Schützenliste. So wurde es am Ende doch noch ein sicherer Sieg — auch wenn die Beine schwer waren nach den vielen Spielen.

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