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Giora Feidman begeistert in voll besetzter Friedhofskirche

Giora Feidman begeistert in voll besetzter Friedhofskirche

Der 77-Jährige experimentiert auf seiner aktuellen Tour mit einer Mischung aus Klezmer und Jazz.

Wuppertal. Ganz leise und wie ein zarter Hauch dringen die ersten Töne ans Ohr, verhallen wieder, erklingen erneut und werden lauter. Dann ist er auch schon da — völlig unbemerkt hat er sich von hinten genährt. Klarinette spielend und voller Anmut ist er entlang des Mittelgangs zwischen den Bänken in Richtung seiner Musiker geschritten.

Vorne angekommen, legen Giora Feidman und die drei virtuosen Profi-Musiker sogleich los und geben mit „Bei Mir Bistu Shein“ direkt zu Beginn des Konzerts „The Giora Feidman Jazz Experience“ einen der bekanntesten Klassiker jiddischer Volksmusik zum Besten. Ihr neu zusammengestelltes Programm präsentierten die vier Meister ihres Fachs am Mittwochabend in der voll besetzten Friedhofskirche in der Elberfelder Nordstadt und begeisterten das Publikum mit einer innovativen Mischung aus Klezmer und Jazz.

Bereits nach den ersten Stücken war klar: Das Experiment ist ein voller Erfolg. Neben völlig neuen Titeln gab es viele bekannte Werke zu hören, die von Feidman, Stephan Braun (Jazz Cello), Reentko Dirks (Gitarre) und Guido Jäger (Kontrabass) neu arrangiert und interpretiert wurden. Von der ersten bis zur letzten Minute ein musikalischer Hochgenuss. Emotion pur, die mitten ins Herz trifft.

„Es ist atemberaubend, mit wie viel Feingefühl alle vier Musiker das Maximum aus ihren Instrumenten herausholen. Der Spagat zwischen Klezmer und Jazz ist absolut gelungen“, schwärmen Erika und Karl-Heinz Roeder. Schon lange seien sie große Fans des weltbesten Klarinettisten, der mit 77 Jahren immer noch wie ein junger Gott spiele, sagen sie begeistert. Auch Reentko Dirks habe die beiden überzeugt. Ein gelungener Abend — rundherum. cb