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Jugendhäuser: mehr Geld, aber nicht genug

Jugendhäuser: mehr Geld, aber nicht genug

Der Rat hat eine Erhöhung der Zuschüsse um 120 000 Euro beschlossen. Die Träger wollten 230 000 Euro mehr und hoffen nun aufs Land.

„Die Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit leisten mit ihren niederschwelligen Angeboten in den Jugendeinrichtungen und Offenen Türen einen besonderen Beitrag zum Zusammenhalt in der Gesellschaft und sind vor allem da vor Ort, wo die sozialen Probleme am größten sind.“ So loben SPD und CDU. Und begründen damit die Erhöhung der städtischen Finanzierung für die Jugendeinrichtungen um 120 000 Euro. Das ist aber nur die Hälfte dessen, was die Freien Träger gefordert haben.

Am Montag hat der Rat die Erhöhung mit dem neuen Haushalt beschlossen. Insgesamt 1,25 Millionen Euro beträgt die städtische Finanzierung für die 27 offenen Einrichtungen Freier Träger insgesamt.

Die Träger setzen sich schon länger für eine Erhöhung des städtischen Finanzierungsanteils für die offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen ein, denn dieser Anteil ist seit Jahren kaum erhöht worden, obwohl Lohn- und andere Kosten stiegen. Auf 230 000 Euro hatten die Träger die nötige Erhöhung beziffert. Dazu forderten sie eine Dynamisierung der Finanzierung, das heißt, eine automatische Anpassung an steigende Kosten.

Mehrere Bezirksvertretungen hatten diese Forderungen befürwortet. Von den Parteien sprachen sich die Grünen, die FDP und die Linken dafür aus. SPD und CDU beantragten aber gemeinsam nur eine Erhöhung um 120 000 Euro, ohne Dynamisierung, und so ist es beschlossen worden.

Volker Vogeler, Sprecher der Jugendhaus-Träger, sagt dazu: „Ich freue mich erst einmal, dass wir es geschafft haben, die Wuppertaler Politik zu überzeugen.“ Um die Arbeit der Jugendhäuser zu sichern, setzten sie jetzt aufs Land. Denn er sagt klar: „230 000 Euro sind nötig, damit es keine Einschränkungen gibt.“ Schon jetzt arbeiteten die Einrichtungen mit sehr wenig Personal, erhielten immerhin mit Projektarbeit weitere Fördermittel. „Wenn es aber kein Personal mehr gibt, kann auch keiner mehr Projekte beantragen“, macht er deutlich.

Die CDU/FDP-Landesregierung hat angekündigt, die Landesmittel für die Kinder- und Jugendarbeit zu erhöhen. 2017 kamen knapp 560 000 Euro vom Land für die Wuppertaler Jugendhäuser, davon gingen 56 Prozent an die 27 Einrichtungen der Freien Träger, 44 Prozent an die 17 städtischen Einrichtungen.

Nach Angaben aus dem Familienministerium sollen 2018 knapp 660 000 Euro nach Wuppertal fließen — 100 000 Euro mehr als 2017. Werden sie wieder aufgeteilt, fehlen den Freien Trägern mehrere 10 000 Euro. Zudem sind in den 660 000 noch unverbrauchte Mittel aus 2017 enthalten. Also werden es 2019 wohl weniger sein.

Marcel Hafke, FDP-Landtagsabgeordneter aus Wuppertal, betont, dass die Landesgelder ohnehin nur als Zuschuss gedacht sind: „Das sollte nicht verwendet werden, die fehlende städtische Finanzierung auszugleichen.“ Dass die Stadt nur 120 000 Euro mehr bereitstellt, enttäuscht ihn. „Bei der Kinder- und Jugendarbeit ist das Geld besser aufgehoben als an manchen anderen Stellen“, sagt er und verweist auf die Rettung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG, gegen die sich die FDP ausgesprochen hatte. „Da passen die Prioritäten nicht“, sagt Hafke.