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Gefährliches US-Abenteuer

Gefährliches US-Abenteuer

Das war knapp. Wenn die US-Notenbank Fed den US-Versicherer AIG nicht mit einem gigantischen Milliardenbetrag unterstützt hätte, dann müssten Wuppertals Bürger sehr tief in die Tasche greifen, um ihr eigenes Kanalnetz zurückkaufen zu können.

Bei einer Insolvenz von AIG wären die 50 Millionen der Stadt in dem Depot des Versicherers wohl weg gewesen. Damit nicht genug. Das hätte auch für die Zahlungsverpflichtung von AIG für den Rückkauf des Müllheizkraftwerkes gegolten.

Also ist die Stadt Wuppertal einem Millionenverlust nur deswegen entgangen, weil der US-Notenbankchef Ben Bernanke die Märkte unterstützen möchte - Wuppertal hat hier nichts mehr zu melden.

Und von Entwarnung kann auch noch keine Rede sein. Derzeit weiß niemand, wie die Krise an den Finanzmärkten ausgeht. Im Gespräch räumt Kämmerer Johannes Slawig ein, dass die Gemengelage mehr oder weniger undurchsichtig ist. Was wird es die Stadt wohl kosten, gegenüber den US-Investoren die verlangten Sicherheiten für den Rückkauf von Kanalnetz und Kraftwerk zu beschaffen?

Eines steht auf jeden Fall fest: Diese Probleme können in Wuppertal nicht mehr gelöst werden. Im Rathaus werden nun alle Beteiligten die Luft anhalten. Wenn AIG doch noch strauchelt, wird das US-Abenteuer für die Steuerzahler in Wuppertal noch richtig teuer.