1. NRW
  2. Wuppertal

Die Stadt Wuppertal will dem Bergischen HC eine Halle bauen

Mehrzweckhalle für 5000 Zuschauer : Die Stadt Wuppertal will dem Bergischen HC eine Halle bauen

Der Handball-Bundesligist BHC trägt seine Heimspiele in der Uni-Halle, in Solingen und Düsseldorf aus. Das könnte sich bald ändern.

Wuppertal denkt nach Informationen der Westdeutschen Zeitung intensiv über den Bau einer Mehrzweckhalle für bis zu 5000 Zuschauern nach. Sie soll dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC als Heimspielstätte dienen und im Bergischen Land die Lücke schließen, die es zwischen kleinen Konzerthallen wie der Stadthalle hier und großen Arenen wie der Mitsubishi-Eletric-Halle in Düsseldorf gibt.

Demnach wird im Rathaus und mit Investoren wie Grundbesitzern darüber gesprochen, auf der Fläche des Wicküler Parks ein Gebäude zu errichten, dass den Anforderungen von Spitzensport und Kulturveranstaltungen mittlerer Größe genügt. Im Gespräch ist ein Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro. Eigentümer der Halle soll die Clees-Gruppe sein, die auch den Wicküler Park betreibt.

Der Bergische HC ist eine Spielgemeinschaft, die aus der Kooperation des LTV Wuppertal mit dem Solinger HC hervorgegangen ist. Der Club hat sich seit 2006 zu einer Marke im Profihandball entwickelt. In der 1. Handball-Bundesliga hat sich der BHC sowohl sportlich als auch wirtschaftlich etabliert und macht mit überraschenden Erfolgen von sich reden. Die aber stehen auf dem Spiel, wenn mittel- und langfristig nicht eine taugliche Heimspielhalle Zuschauereinnahmen sichert, die der Club für den Betrieb seiner Profiabteilung benötigt.

Versuche, nahe Vohwinkel auf einem Gelände an der Stadtgrenze zwischen Wuppertal und Solingen eine Halle zu errichten, scheiterten am Veto von Anwohnern und daran, dass sich die Städte nicht auf die Kosten für die Halle und deren Betrieb einigen konnten. Es geht letztlich um die Frage, wer die Betriebskosten für die Halle trägt, wenn der BHC einmal nicht mehr in der Bundesliga spielen sollte und als Mieter ausfällt.

Schon aus diesem Grund ist Wuppertals Stadtkämmerer Johannes Slawig (CDU) vorsichtig, was das mögliche Projekt am Wicküler Park angeht. Er bestätigt zwar die Überlegungen. Die befänden sich aber noch in einer Frühphase. „Sicher wäre das Grundstück gut geeignet. Es ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, und so eine Halle könnte das gesamte Umfeld aufwerten“, sagt Slawig. Aber das heißt noch nicht, dass die Pläne schon gezeichnet würden. Es heißt jedoch, dass das Postgebäude am Kleeblatt aus dem Rennen um den Hallenstandort für den BHC ist.

Jörg Föste vom BHC sieht in der Krise eine Chance

Offen ist hingegen noch die Frage, wer so ein Projekt betreiben soll, wenn es einmal am Markt ist. Darüber sollen Gespräche mit der Stadthallen GmbH geführt werden. „Aber grundsätzlich ist so eine Halle nur dann denkbar, wenn die Beteiligten sich das Risiko teilen“, sagt Slawig. Was alles geschehen könne, zeige derzeit die Coronakrise, die zur Absage sämtlicher Veranstaltungen führe. Aber die Kosten für die Gebäude fielen dennoch weiter an.

Jörg Föste, Geschäftsführer Sport des Bergischen HC, bestätigt, dass der BHC „intensive Gespräche mit der Stadt Wuppertal“ zu diesem Thema führt. Die Planungen für eine neue Halle seien unabhängig von der Corona-Pandemie zu sehen, die in dieser Woche zum Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga geführt hatte. Es werde eine Zeit nach der Krise geben, die vielleicht gar nicht so schlecht für das Projekt sei, wie es aktuell den Anschein habe. „Nach der Krise wird es eine große Nachfrage nach Veranstaltungen in entsprechenden Halle geben“, ist Jörg Föste überzeugt. Daher begrüßt er, dass sich die Stadt Wuppertal offensiv mit dem Thema BHC-Halle befasst.