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Corona Wuppertal: Tagesmütter leisten wichtige Arbeit in Notbetreuung

Corona : Wuppertaler Tagesmütter leisten wichtige Notbetreuung

Damit Eltern in Pflegeberufen, als Ärzte oder Verkäuferinnen arbeiten können, muss die Betreuung von Kleinkindern auch in der Coronakrise gewährleistet sein. Deshalb bieten Kitas und Tagespflegepersonen eine Notbetreuung an. Das heißt für Tagesmütter in Wuppertal: sie haben Glück gehabt.

Sie arbeiten selbstständig, müssen aber während des Lockdowns nicht auf ihre Einkünfte verzichten. „Seit dem 16. März gab es eine Notbetreuung für Eltern mit systemrelevanten Berufen“, sagt Michael Neumann, Stadtbetriebsleiter Tageseinrichtungen bei der Stadt Wuppertal. Seit 14. Mai erfolgte in der Tagespflege eine weitere Öffnung: seitdem dürfen sämtliche Kinder wieder die Tagespflege besuchen, die älter als zwei Jahre sind.

Das bedeutet aber auch, dass deutlich weniger Kinder als sonst in die Betreuung dürfen. Finanzielle Einbußen sind aber nicht die Folge für die Tagesmütter. „Tagespflegepersonen erhalten in unveränderter Höhe Geld von der Stadt“, sagt Neumann. Tagesmütter, die zur Risikogruppe gehören und deshalb nicht betreuen können, werden auch weiterbezahlt. Das sind gute Nachrichten für Beate Milpetz und 220 Tageseltern, die in der Initiative Tagespflegepersonen organisiert sind. „Wir können keine Soforthilfe beantragen. Die bekommt man nur für die Betriebskosten. Man hat aber keine, wenn man nicht betreut“, sagt Beate Milpetz. „Gott sei Dank hat die Stadt zugesichert, das Geld bis zum Ende des Betreuungsverbots weiterzuzahlen.“

Die Tagesmutter fühlt sich gut durch das Jugendamt beraten. Es habe mit zahlreichen Fachinformationen geholfen. „Viele Entscheidungen des Landes sind am Freitag gefallen, trotzdem sind wir am Wochenende durch das Jugendamt gut unterstützt worden“, berichtet Milpetz. Sie betreut inzwischen wieder vier von fünf Kindern. Die Auflagen für die Betreuung von kleinen Kindern halten sich in Grenzen. Allerdings darf die Tagespflegestelle nicht von den Eltern betreten werden. „Damit soll die Anzahl der Personen, die an einen Ort kommen, gering gehalten werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren“, sagt Neumann.

Hygiene ist bei der Arbeit mit Kindern ohnehin Pflicht

Wenn Eltern zur gleichen Zeit ihr Kind bringen, müssen sie Abstand zueinander halten, sagt Milpetz. Abstand zu den Kindern zu halten, funktioniere bei keiner Tagesmutter. „Das geht nicht beim Wickeln, das geht nicht beim Füttern und das geht auch nicht beim Trösten“, sagt sie. Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ergebe keinen Sinn. Kleine Kinder seien auf die Mimik der Bezugsperson angewiesen. „Sie können sonst nicht im Gesicht lesen“, sagt Milpetz, die teilweise auch Kinder betreut, die noch nicht laufen können.

„In der täglichen Arbeit mit kleinen Kindern hat sich kaum etwas verändert. Hygiene gehört immer schon dazu“, sagt Milpetz. Als Selbstständige habe sie Desinfektionsmittel für Hände und Flächen sowie Handschuhe fürs Wickeln sowieso im Haus. Mit den Kindern wasche sie immer schon die Hände vor dem Essen, nach dem Spielplatz und auch nach dem Toilettengang. „Da kleine Kinder eher mal die Finger in den Mund nehmen, wäscht man lieber einmal mehr als einmal zu wenig“, sagt Milpetz.

Sie macht sich Sorgen, um Tagesmütter, die zur Risikogruppe gehören und diejenigen, die die Plätze ab August noch nicht voll besetzt haben. „Sie haben keine Möglichkeit, Eltern und ihre Kinder kennenzulernen“, sagt sie. Eine weitere Lockerung ist jedoch ab dem 8. Juni in Sicht. Dann sollen wieder alle Kinder in der Tagespflege betreut werden. „Im Gegensatz zur Kita können wir ganz normale Zeiten anbieten, weil wir nicht so viele Kinder gleichzeitig betreuen“, sagt Milpetz. Das System sei übersichtlicher, so dass eine Infektionskette schnell nachvollzogen werden kann.