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Anwohner fordern: Tempo 30 für die komplette Hainstraße

Straßenverkehr : Anwohner fordern Tempo 30 für die komplette Hainstraße

Ärger über Raser: Bislang gilt das Limit nur abschnittsweise. Bezirksvertretung gibt Prüfauftrag an die Stadtverwaltung weiter.

. Die Hainstraße soll durchgehend zur Tempo-30-Zone werden. Das wünscht sich zumindest eine Anwohnerinitiative um Rainer Wolf-Schatz. Denn bislang gilt die Reduzierung nur auf zwei Teilstücken, am Bethesda-Krankenhaus und an der Grundschule. Dazwischen werde dann aber erst recht gerast, klagt Wolf-Schatz. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob die Ausweitung des Tempo-30-Bereichs möglich ist.

Einen entsprechenden Auftrag vergab die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg, an die sich die Initiative gewandt hatte, in ihrer jüngsten Sitzung. In der stand die Hainstraße auf der Tagesordnung – allerdings für ein anderes Thema. Julia Pütz vom Ressort Straßen und Verkehr stellte die Pläne der Stadt für einen durchgehenden, bergwärts führenden Schutzstreifen für Radfahrer vor. Bereits vor zwei Jahren hatte es einen Vorschlag dazu von der Verwaltung gegeben. Damals lehnte die BV ab, weil aus Sicht der Stadt ein durchgehender Schutzstreifen nicht möglich war. „Wir wollen keine Lösung mit Lücken“, hieß es aus dem Gremium und auch die IG Fahrradstadt war dagegen, wie sich Ulrich Schmidt erinnert.

„Ein unterbrochener Schutzstreifen ist nie gut.“ Mit der jetzigen Lösung, die im Zuge der Straßensanierung – lärmmindernder Asphalt wird verlegt – umgesetzt werden und gut 290 000 Euro kosten wird, könne er sich dagegen anfreunden. Noch besser wäre aber aus seiner Sicht der Vorschlag der Anwohner: „Tempo 30 ist eine ziemlich gute Lösung.“

Und notwendig, wie Anwohner Rainer Wolf-Schatz betont. Das Tempo rauszunehmen, schaffe „Sicherheit für alle“, ist er überzeugt. Dass Tempo 30 bislang nicht durchgehend gelte, sei nicht nachvollziehbar. Es gebe nicht nur das Krankenhaus und die Grundschule auf der Strecke, sondern auch Arztpraxen und den Friedhof mit vielen Besuchern. Zudem seien in den vergangenen Jahren einige neue Anwohner hinzugekommen, sagt Schatz und verweist auf das Neubaugebiet am Hainbuchenweg. Viele, die an der Hainstraße wohnten, hätten schon Probleme, mit ihrem Auto aus der Einfahrt zu kommen, weil der Durchgangsverkehr sich selbst an die 50 km/h kaum halten würde. Allein zwischen der Straße Holländische Heide und der Bremer Straße gebe es 14 Ausfahrten, hat Schatz gezählt.

Kritik: Autofahrer nutzen Hainstraße als Ausweichroute

Mit dem neuen Asphalt, so die Befürchtung, werde es mit der Raserei noch schlimmer. Aufgrund des aktuell schlechten Zustandes der Fahrbahn würden sich zumindest einige Fahrer mit Rücksicht auf ihr Auto beim Tritt aufs Gaspedal zurückgehalten. Für viele sei die Hainstraße aber schon längst die Ausweichroute zur Nevigeser Straße geworden.

„Diese Raserei hat schon wiederholt zu von den Anwohnerinnen und Anwohnern erlebten oder beobachteten riskanten Situationen geführt, es gab auch Unfälle, im hinteren Teil auch aktenkundige Sachbeschädigungen“, heißt es in einem Schreiben der Anwohner an Verkehrsdezernent Frank Meyer. „Wir (...) sehen nicht ein, dass wir an den Kosten für die Renovierung der Hainstraße beteiligt werden sollen, ohne mögliche positive Nebeneffekte wie Sicherheit und Lebensqualität zu erlangen.“

Dass die Stadt die Situation für die Radfahrer durch einen Schutzstreifen verbessern will, sieht die Initiative grundsätzlich positiv. Allerdings würde eine Tempo-30-Regelung noch weiter gehen. Denn der Fahrradverkehr nehme deutlich zu, hat Schatz beobachtet, vor allem, was E-Bikes angeht. „Die Radler wollen die Nevigeser Straße meiden.“

Ob Tempo 30 durchgehend auf der Hainstraße möglich ist, dazu wollte sich die Verwaltung noch nicht äußern. Das sei Sache des Prüfauftrages. In der BV-Sitzung war bei einigen Anwesenden bereits von der Suche nach einem „Schlupfloch“ die Rede.

Entscheidend dürfte die Kategorisierung der Hainstraße sein. „Es ist aber keine Kreis- oder Bundesstraße“, sagt Ulrich Schmidt von der IG Fahrradstadt. Die Einordnung als sogenannte Sammelstraße dürfte aus seiner Sicht keine große Hürde darstellen. Die gelte zum Beispiel auch für die Rödiger Straße, „und auch dort ist Tempo 30“, sagt Schmidt, der lobt, dass es in der Stadt bereits viele 30er-Zonen gibt. „Und wer auf der Hainstraße schneller fahren will, kann das ja dann auf der Nevigeser Straße tun.“ Eine Tempo-30-Zone hätte zudem einen weiteren Vorteil, so Schmidt: Die Stadt könnte sich die Kosten für die Einrichtung der Schutzstreifen sparen.