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Barmen: Altenheim-Bau verzögert sich

Barmen : Altenheim-Bau verzögert sich

Auftrag muss neu ausgeschrieben werden. BVV wünscht sich eine Kita auf dem Platz.

Der Bauplatz ist fast zwei Jahren fertig, doch Bagger sind bisher nicht aufgetaucht: Es wird auch noch weiter dauern, bis sich an der Oberen Lichtenplatzer Straße etwas tut. Derweil gibt es auch andere Idee für den Standort.

Fast drei Jahre ist es her, dass die rund 80 Bewohner des Altenheims „Obere Lichtenplatzer Straße“, kurz „Olipla“ genannt, in die ehemalige Landesfrauenklinik an der Vogelsangstraße zogen. Das sollte ein Übergangsquartier sein, um in der Zwischenzeit das Gebäude aus den 50er Jahren abzureißen. Geplant war ein neues Gebäude, das den Ansprüchen an ein modernes Alten- und Pflegeheim entspricht, eine Dachterrasse und ein großes ebenes Außengelände inklusive Demenzgarten haben sollte. Der Abriss verzögerte sich, begann erst im Dezember 2017. Und seit die Fläche Anfang 2018 geräumt ist, tut sich dort nichts mehr.

Kosten des Baus stiegen
von 8,5 auf 11 Millionen Euro

Denn die konkreteren Berechnungen des Neubaus ergaben höhere Kosten. Sozialdezernent Stefan Kühn erklärt: „Es wurde klar: Das ist so teuer, dass wir es nicht refinanziert bekommen.“ Statt 8,5 Millionen Euro könnten 11 Millionen Euro nötig sein.

Nun müsse neu überlegt werden, wie es weitergeht. Für die nächste Sitzung des Betriebsausschuss APH (Alten- und Pflegeheime) Ende April werde die Verwaltung Vorschläge machen. Drei Optionen seien möglich, so Kühn: erstens ein Verkauf des Grundstücks an einen Investor mit der Auflage, dort ein Altenheim zu bauen, das die Stadt dann mietet. Zweitens der Verkauf des Grundstücks mit der Auflage, ein Altenheim zu bauen, das dann privat betrieben wird. Oder drittens, dass die Stadt doch selbst baut, dafür aber die Sätze für die Bewohner erhöht. Er präferiere die erste Möglichkeit, machte Kühn deutlich.

Der Barmer Verschönerungsverein (BVV) hatte schon zu Beginn der Planungen die Idee geäußert, an das Altenheim auch noch eine Kita zu erbauen – teils auf Gelände des Vereins, um junge und alte Menschen zusammenzubringen. Diese Idee hatte sich zerschlagen, unter anderem seien nicht genug Parkplätze im Eingangsbereich möglich gewesen, erklärt die Geschäftsführerin Michaela Dereschewitz.

André Bovenkamp, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, findet die Idee der Kita immer noch interessant. Wenn jetzt möglicherweise kein Altenheim gebaut werde, sei genug Platz für eine Kita samt Parkplätzen. „Dahinter beginnt der Wald. Das sind ideale Bedingungen“, schwärmt er. Der Verein könne auch den Bau übernehmen – sie hätten Kontakt zu Bauunternehmen. „Aber betreiben können wir die Kita nicht.“

Auch Stefan Kühn hält eine Kita dort für „denkbar“: „Der Bedarf ist gegeben.“ Vor allem die Kombination von Kita und Altenheim sei weiterhin eine gute Idee. Denn allein für eine Kita sei das fast 12 000 Quadratmeter umfassende Gelände zu groß. Ob es noch andere Ideen zur Nutzung des Geländes gebe? „Die Politik muss befinden, was wir mit dem Grundstück machen“, sagt Kühn.