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Salon Knallenfalls holt Hazel Brugger, Heinz Strunk & Co nach Wuppertal

Kultur in Wuppertal : „Salon Knallenfalls“ holt Hazel Brugger, Heinz Strunk & Co. ins Tal

Die Wuppertaler Csilla Letay und Julian Dell organisieren Veranstaltungen an verschiedenen Orten in der Stadt.

„Alter Hase“ klingt manchmal eher despektierlich. „Erfahren“ hört sich vielleicht besser an. Auf jeden Fall sind Csilla Letay und Julian Dell keine Neueinsteiger, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu organisieren. Und dennoch fiebern die beiden dem 12. März schon etwas aufgeregt entgegen. „Auch wenn das vielleicht etwas abgedroschen klingt“, sagt Dell. Hazel Brugger macht auf ihrer Tour nämlich Station in Wuppertal – präsentiert vom „Salon Knallenfalls“. Unter diesem Namen wollen Letay und Dell in Zukunft Stand-up, Kabarett, Literatur & Co. ins Bergische Land bringen und neue Spielorte entwickeln. „Künstler, die uns begeistern“, wollen die beiden zu Gastspielen ins Tal locken. Neben Brugger kommen Moritz Neumeier (22. März) und Heinz Strunk (29. September), weitere Veranstaltungen sind geplant.

Und mit „ihrem“ Geschmack treffen Letay und Dell offenbar den Geschmack vieler: Brugger und Neumeier sind schon ausverkauft, für beide gibt es Zusatztermine. Das sei eine Bestätigung für den „Salon Knallenfalls“. „Es macht einfach Freude, so einen Abend zu organisieren“, sagt Dell, der bei einem Wuppertaler Verlag arbeitet und in Witten-Herdecke studiert. Bekannt ist er aber auch als „Utopist“: Dell ist einer der Macher hinter Trassenjam und Trassenrave, machte zum Beispiel das Booking. Auch Letay, die als Journalistin unter anderem für die IHK tätig ist, arbeitet ehrenamtlich. Im Vorstand des Fördervereins Pro Mirke sorgt sie dafür, dass sich das Freibad auch als Event-Location einen Namen macht.

Neue Veranstaltungsorte sollen entdeckt werden

Doch „Salon Knallenfalls“ sei einfach „unser Ding“, betonen die beiden. Man habe mehr Freiheiten. Der „Salon“, dessen Name natürlich ans Original Mina Knallenfalls angelehnt ist, soll aber nicht nur Wuppertal bedienen. „Wir sehen das als Dach für Veranstaltungen im ganzen Bergischen Land“, erklärt Letay. Für sie sei es eine Mischung „aus Job, Engagement und Spaß“. Auch Dell betont: „Wir haben uns nicht zusammengetan und gesagt: Wir brauchen jetzt was, um Geld zu verdienen.“ Ein wirtschaftliches Risiko sei natürlich dabei. Es geht mitunter um höhere vierstellige Beträge. Deswegen hätte man schon den Vorverkauf gut im Blick gehalten. Umso erfreuter war man, als es für die ersten Termine hieß: Keine Tickets mehr erhältlich.

Wichtig sei dem „Salon Knallenfalls“ zudem, Austragungsorte zu finden, die noch nicht so bespielt werden — und dabei selbst das Bergische Land neu zu entdecken. Neumeier und Strunk treten zum Beispiel in der Pauluskirche auf. „Die war uns vorher gar nicht so bekannt“, sind sich die beiden einig. Nachdem man sich vor Ort aber umgeschaut hatte, stand fest: „Das passt super.“

Und bei der Auswahl der Künstler gebe man sich viel Mühe, hebt Dell hervor. Wobei sein und Letays Geschmack „nicht immer kompatibel ist“, wie er schmunzelnd erklärt. Die Ansprache an Brugger & Co. oder die Agenturen sei enorm wichtig. „Da kann man ja nicht mit der Frage nach der Gage anfangen.“ Und die möglichen Veranstaltungsorte schaue man sich deshalb auch sehr genau an. „Man kann ja nicht einfach jemanden irgendwo auf die Bühne stellen.“ Heinz Strunk hätten sich die beiden aber schon direkt in der Pauluskirche gut vorstellen können.

Mitunter habe man aber gerade bei den Agenturen schon für das Bergische Land werben müssen, räumen Letay und Dell ein. Wer deutschlandweit auf Tournee geht, der nimmt gerne einen Termin in Köln, Düsseldorf oder im Ruhrgebiet mit. Wuppertal haben viele noch nicht so auf dem Plan. „Aber es wird einfacher, die Leute zu überzeugen“, haben die beiden mittlerweile ihre Erfahrungen gemacht. Und auch, wenn der erste Blick nach Wuppertal fällt, können sich auch die Solinger schon einmal freuen. Der Zusatztermin von Hazel Brugger ist für den 23. Oktober im Theater und Konzerthaus geplant.