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50 neue Fahrradbügel in der Wuppertaler Nordstadt montiert

Mobilität : 50 neue Fahrradbügel in der Nordstadt montiert

Weitere Standorte werden geprüft - teilweise werden so illegale Parkplätze für Autos umgenutzt.

Einträchtig teilt sich in der Charlottenstraße auf dem Elberfelder Ölberg ein angekettetes Mountainbike eine ehemalige „Mini-Parkbucht“ mit einer Mülltonne und hält so die von vielen Bäumen gesäumte Straße frei für den Durchgangsverkehr. Der hat es auf dem Ölberg bekanntlich besonders schwer, und wenn man in der Charlottenstraße ein paar Meter weitergeht, dann sieht man vor einem anderen Baum eine ähnlich kleine „Parkbucht“, in der ein ausladender SUV gerade mal seine vordere Hälfte untergebracht hat. Noch etliche Fahrzeuge ragen über die hinteren Begrenzungen von diesen vermeindlichen Parkbuchten hinaus und stören die Durchfahrt zum Teil erheblich.

Dagegen ist der aufgestellte Fahrradbügel ein Beispiel von vielen in der baumreichen Charlottenstraße, wo derartige Vorrichtungen die Verkehrssituation entschärfen und beispielweise den wöchentlich verkehrenden Müllwagen, aber natürlich auch Rettungs- und Krankenfahrzeugen eine problemlose Zu- und Durchfahrt ermöglichen könnten.

Einer der Gründe, weshalb die Bezirksvertretung Elberfeld schon am 26. August beschlossen hat, dass neue Fahrrad-Abstellmöglichkeiten in den Quartieren Mirke und Ölberg geschaffen werden sollten. Laut Thomas Weyland vom Verein „Mobiler Ölberg“ sollen rund 50 Fahrradbügel in der Elberfelder Nordstadt angebracht werden. „Man will so den Radverkehr in Wuppertal attraktiver machen“, erklärt auch Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler und berichtet, dass eine entsprechende Vorlage in der BV mit zwölf Ja- und einer Nein-Stimme bei vier Enthaltungen beschlossen wurde. Das bedeutet gleichzeitig, dass im Quartier Ölberg 15 Kfz-Parkplätze zugunsten der Radabstellplätze entfallen werden. Somit will man das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit initiierte Programm „Kurze Wege für den Klimaschutz“ umsetzen und hat die Nationale Klimaschutzinitiative im Quartier Elberfeld Nordstadt schon zum 1. Oktober 2018 gestartet.

Die erforderlichen Mittel für Beschilderungen, Markierungen, Herstellung und Montage der anzubringenden Fahrradbügel in Höhe von zirka 21000 Euro stehen im städtischen Teilfinanzplan 2020 im Rahmen des „Um- und Ausbaus Radverkehr“ zur Verfügung.

Die Verwaltung empfiehlt die Umsetzung von 58 neuen „Radabstellanlagenstandorten“ (so die offizielle Bezeichnung) und bittet die Bezirksvertretung um Protokollierung der Entscheidung, sofern diese die Umsetzung einzelner Standorte nicht wünschen sollte.

Weitere Vorschläge von der Seiten der Initiative „Mobiler Ölberg“ werden noch geprüft.

Ein wenig kurios mutet in diesem Zusammenhang allerdings der auf einem Bürgersteig befindliche Abstellplatz unmittelbar vor dem Abgang zu Wuppertals berühmtester Treppe, dem „Tippen-Tappen-Tönchen“, an. An dieser Stelle treffen die beiden steilsten Stücke der Zimmerstraße in Richtung Hombüchel und der Gertrudenstraße gen Schusterstraße aufeinander, und um die per Fahrrad zu meistern, bedarf es schon der athletischen Fähigkeiten eines Radprofis - oder eines Motors am Rad. Wobei Weyland den Vorrichtungen dieser Art eine gute Nutzung durch die Radler auf dem Ölberg bescheinigt und hofft, dass illegalem Parken ein Riegel vorgeschoben wird und sich die Infrastruktur zugunsten des Fahrradverkehrs weiter verbessert.